Fr, 24. November 2017

„Da war Glück dabei“

19.02.2014 08:36

Arzt und Bademeister retten Kind vor Ertrinken

Zu Lebensrettern sind am Montag ein zufällig anwesender Arzt und ein Bademeister im Hallenbad von Tamsweg in Salzburg geworden. Ein zwölf Jahre alter britischer Schüler war beim Schwimmen plötzlich untergegangen. Der Arzt holte den Bub aus dem Wasser, gemeinsam mit dem Bademeister gelang es ihm, den Jungen wiederzubeleben.

Der junge Brite war mit 42 weiteren Schülern seit Samstag auf Skischulwoche im Lungau. Am Montag überraschten die Lehrer die Kinder nach dem Skifahren noch mit einem Besuch in der Badeinsel in Tamsweg.

Kurz vor Badeschluss riefen die sechs Lehrer ihre Schützlinge dazu auf, sich in der Umkleidekabine fertig zu machen. Doch William hatte beim Plantschen den Schlüssel für seinen Spind verloren. Deswegen tauchte er im Becken danach. Dabei verlor das Kind plötzlich das Bewusstsein.

Der Arzt Ahmet Babadostu (Bild), an diesem Tag selbst Badegast im Schwimmbad, entdeckte den Schüler im Wasser. "Ich bin im Tauchklub und wir haben im Bad ein Schnuppertauchen veranstaltet. Beim Schnorcheln sah ich, dass das Kind etwas im Becken sucht. Als ich noch einmal vorbeikam, bemerkte ich, dass er regungslos an der gleichen Stelle trieb", so der Mediziner.

Arzt "hatte keine Hilfsmittel dabei"
Als er dem Zwölfjährigen auf die Schulter klopfte, reagierte das Kind nicht. Babadostu zog den leblosen Körper aus dem Wasser. Das Gesicht des Kindes war bereits blau. "Wir haben mit dem Doktor und einem weiteren Bademeister Erste Hilfe geleistet", schildert Bademeister Anton Rainer (kleines Bild links).

"Ich bin zwar Mediziner, hatte aber keine Hilfsmittel dabei. Ich beschäftige mich schon seit Langem mit Akupunktur. Es gibt mehrere Notfallpunkte. Diese habe ich behandelt", erklärt der Arzt weiter. So kam das Kind schnell wieder zu sich. Ein Notarztteam versorgte den Patienten weiter.

Der Zwölfjährige war noch im Bad ansprechbar und kam dann ins Spital Tamsweg. Später wurde er nach Schwarzach verlegt. Am Dienstag gab es bereits Entwarnung: Der junge Urlauber wird keine bleibenden Schäden davontragen, muss aber noch beobachtet werden.

Ständige Schulung der Mitarbeiter
"Da war sehr viel Glück dabei", weiß Julius Schmalz, Chef der Badeinsel (kleines Bild rechts). Erst Anfang des Monats trieb eine Lungauerin (13) leblos im Becken. Eine Urlauberin aus Niederösterreicher entdeckte das Mädchen und rettete es gemeinsam mit Bademeister Rainer. "Die Aufgabe eines Badebetreibers ist es, bestmöglich für die Sicherheit zu sorgen. Dazu gehört, dass wir die Mitarbeiter immer wieder schulen", berichtet Schmalz.

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