Mo, 20. November 2017

Mannschaftsspringen

17.02.2014 20:08

Silber! ÖSV-Adler bleiben doch nicht ohne Medaille

Das dritte Olympia-Gold nach Turin 2006 und Vancouver 2010 ist es zwar nicht geworden, doch nach den enttäuschenden Ergebnissen in den Einzelbewerben glänzt auch dieses Silber wie Gold: Michael Hayböck, Thomas Morgenstern, Thomas Diethart und Gregor Schlierenzauer behielten am Montag im Teambewerb trotz der teilweise bereits aufgekommenen Häme die Nerven und packten punktgenau acht durchwegs sehr gute Sprünge aus. Gold ging an Deutschland, Bronze an Japan.

Vom ersten Springer an lagen die Österreicher stets unter den Top Drei. Während Hayböck und Morgenstern Österreich nach den ersten beiden Serien auf Bronze-Kurs hielten, gelang dem regierenden Vierschanzentournee-Sieger Diethart ein nahezu perfekter Satz, mit dem er Rot-Weiß-Rot in die Poleposition brachte. Schlierenzauer konnte diese als Schlussspringer des ÖSV-Quartetts im ersten Durchgang allerdings knapp nicht ins Finale mitnehmen.

Dort ging es in ähnlicher Tonart weiter, denn Hayböck nahm den Deutschen ihre Führung gleich wieder ab. Der vor knapp einem Monat am Kulm noch bei einem schlimmen Sturz schwer in Mitleidenschaft gezogene Morgenstern verlor zwar gegen den Deutschen Marinus Kraus leicht an Boden, die Führung konnte er für Österreich aber um 0,3 Punkte noch retten. Erst Diethart musste die Deutschen wieder im Klassement vorbeilassen – und Schlierenzauer konnte das im Duell mit Severin Freund nicht mehr wettmachen.

Gold-Serie in Teambewerben bei Großereignissen zu Ende
Kleiner Wermutstropfen dieses Ergebnisses: Für die Titelverteidiger aus Österreich ging mit dem zweiten Platz ihre 2005 begonnene Gold-Serie in Mannschaftsbewerben bei Großereignissen zu Ende.

Deutschland vor Österreich – das gab's bei den laufenden Olympischen Winterspielen in Sotschi übrigens nicht zum ersten Mal, wie eine interessante Statistik zeigt: Mit der Entscheidung im Teamspringen sind deutsche Athleten bereits zum vierten Mal unmittelbar vor Österreichern gelandet.

Schlierenzauer: "Zeiten als Gold-Bank sind leider vorbei"
Ohne jeden Hauch von Ärger über das Verpassen von Gold strahlte Schlierenzauer nach dem Silber-Gewinn: "Die Zeiten als Gold-Bank sind für Österreich leider vorbei, da können wir über Silber sehr glücklich sein. Ich freue mich sehr, man muss erst einmal eine Medaille bei Großereignissen machen - und die werden wir jetzt auch feiern."

Dabei hatte "Schlieri" bei seinem deutschen Gold-Gegner unmittelbar vor dem finalen Sprung eher Verunsicherung ausgemacht: "Der Hund (Freund, Anm.) war brutal nervös oben. Er hat aber dann einen soliden Sprung gemacht. Die Deutschen haben sich Gold verdient, sie haben in den letzten Jahren hart gearbeitet."

Hayböck: "Ärgern uns keine Sekunde über Silber"
Die Stärke der DSV-Springer sprach auch Tournee-Sieger Diethart an: "Es war sehr knapp, aber die Deutschen waren sehr stark, und es ist ihnen zu vergönnen. Wir sind auch alle sehr stark gesprungen, leider habe ich den zweiten Sprung ein bisschen versemmelt. Aber es ist schon ein Wahnsinn, dass ich überhaupt bei Olympia dabei bin und dass ich jetzt auch noch Silber habe." Die Freude über Silber überwog auch bei Hayböck: "Wir ärgern uns keine Sekunde, sondern freuen uns alle über Silber."

Morgenstern: "Es ist ein ganz eigenes Gefühl"
Dem für Olympia gerade noch rechtzeitig wieder fit gewordenen Morgenstern war im Ziel die Freude über sein letztlich von einer Olympia-Medaille gekröntes Comeback deutlich anzusehen, auch wenn er nachdenklich wirkte: "Es ist ein ganz eigenes Gefühl. Ich würde mich gerne hinsetzen, ganz allein, damit ich Zeit zum Nachdenken habe, um meine Gedanken zu ordnen. Es waren zuletzt immerhin schwierige eineinhalb Monate für mich seit dem Kulm-Sturz. Ich bin sehr stolz, wie diese Medaille zustande gekommen ist. Ich bin extrem froh und dankbar."

Und Trainer Alexander Pointner bekräftigte, dass die Silbermedaille "auch sehr gut leuchten kann". Er sei sehr stolz auf seine Mannschaft.

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