Mo, 20. November 2017

Olympia-Super-G

16.02.2014 07:29

Keine Medaille für ÖSV-Asse - Gold geht an Jansrud

Knapp daneben ist auch vorbei: Während sich vor einer Woche Matthias Mayer zum Abfahrts-Olympiasieger gekrönt hatte, sind die rot-weiß-roten Ski-Asse am Sonntag im Super-G leer ausgegangen. Mit Otmar Striedinger und Max Franz landeten zwei Kärntner auf den unbedankten Plätzen fünf und sechs. Mayer war zudem auf dem Weg zur Bestzeit, als er Opfer seines Tempos wurde und an einem Tor vorbeifuhr. Die Goldmedaille holte sich Kjetil Jansrud aus Norwegen.

Silber ging sensationell an den US-Amerikaner Andrew Weibrecht (+0,30), dessen 36-jähriger Landsmann Bode Miller und der Kanadier Jan Hudec klassierten sich ex aequo als Dritte (+0,53).

"Steh' jetzt als kompletter Volldodel da"
Besonders bitter für die Österreicher: Läppische zwei Hundertstel fehlten Striedinger auf die geteilte Bronzene von Miller und Hudec, bei Franz waren es auch nur sieben Hundertstel. "Ich steh' jetzt als kompletter Volldodel da", so Striedinger im Zielraum – angesichts des knappen Rückstands auf die Medaillenränge. "Natürlich tut das weh. Bei so einem Rennen braucht man auch etwas Glück und das hat mir eben gefehlt. Zählen tut nur die Medaille und dafür hat's leider heute nicht gereicht!"

Und Franz? "Ich bin unten zu rund gefahren, doch da muss man es bis zum letzten Tor voll runterprügeln. Was willst machen, ist halt schade. Morgen geht der Flieger nach Hause."

Jansrud: "Ich bin selber ein bisschen überrascht"
Jansrud war von seinem Sieg beinahe schockiert. "Wie es das gibt? Gute Frage! Ich bin selber ein bisschen überrascht. Wo ich die halbe Sekunde auf Miller herausgeholt habe, da habe ich ehrlich gesagt keine Ahnung", so der Norweger mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht. Ob er sich nun auch in seinem dritten Bewerb bei diesen Olympischen Spielen, dem Riesentorlauf, eine Chance ausrechnet? "Vielleicht nicht unbedingt, aber immerhin gehe ich mit einem guten Gefühl in dieses Rennen."

Der 28-jährige Jansrud hat in seiner Karriere erst ein Weltcuprennen gewonnen, und zwar vor zwei Jahren den Super-G von Kvitfjell. In Russland hatte er bereits in der Abfahrt Bronze geholt - er hat aber auch schon Riesentorlauf-Silber von Vancouver 2010 daheim. Jansrud ist also wie Weibrecht ein Mann für Olympische Spiele, vor vier Jahren wurde dieser im Super-G hinter dem Norweger Aksel Lund Svindal und Miller Dritter.

Miller: "Ich bin sehr dankbar!"
Mit Tränen in den Augen verfolgte Miller das Geschehen im Zielraum, nachdem er zunächst in Führung gelegen war und dann auf Platz drei verdrängt wurde. Ob's Tränen der Freude über den Medaillengewinn oder Tränen der Trauer wegen der verpassten Goldenen waren, blieb zunächst unklar. Nur langsam ließ der US-Amerikaner durchblicken, dass er schon erleichtert ist: "Es war ein hartes Jahr für mich. Ich bin hierher nach Sotschi gekommen, um eine Medaille zu holen - und ich habe eine geholt. Ich bin sehr dankbar!" Und: "Ich denke, ich werde weitermachen."

Mayer: "Das hätte gut gepasst fürs Flache"
Nach außen hin relativ gelassen nahm Abfahrts-Olympiasieger Mayer sein Aus nach sehr guter Zwischenzeit: "Ich hatte einen guten Speed drauf, das hätte gut gepasst fürs Flache. Es ist irrsinnig schade, aber im Großen und Ganzen habe ich einen guten Stempel hier abgegeben. Am Start bin ich mir hinten am Ski draufgestiegen, habe das aber gleich vergessen. Jetzt mache ich morgen Pause und schaue, dass ich meine Kräfte wieder sammeln kann für den Riesentorlauf am Mittwoch."

Alle vier ÖSV-Teilnehmer waren in dieser Saison im Weltcup auf das Podest gekommen, ausgerechnet im wichtigsten Rennen des Winters klappte es nun nicht. Aber auch andere Mitfavoriten strauchelten, US-Weltmeister Ted Ligety war hervorragend unterwegs, patzte aber und schaffte es bei einem Tor nur mit Not, im Rennen zu bleiben. Und Weltcup-Dominator Aksel Lund Svindal haderte: "Das sind überhaupt nicht meine Spiele hier. Jetzt ist meine letzte Medaillenchance dahin."

Das Ergebnis:

Rang
Name Nation Zeit
1 Kjetil Jansrud NOR 01:18.10 Min.
2 Andrew Weibrecht USA +0,30 Sek.
3 Jan Hudec CAN +0,53
. Bode Miller USA +0,53
5
Otmar Striedinger AUT +0,55
6 Max Franz AUT +0,60
7 Aksel Lund Svindal NOR +0,62
8 Peter Fill ITA +0,71
9 Ondrej Bank CZE +0,97
10 Morgan Pridy CAN +1,05
11 Adrien Theaux FRA +1,21
12 Patrick Küng SUI +1,24
13 A. A. Kilde NOR +1,30
14 Ted Ligety USA +1,34
15 Thomas M.Blondin FRA +1,39
16 Dominik Paris ITA +1,56
17 Werner Heel ITA +1,60
. David Poisson FRA +1,60
19 Johan Clarey FRA +1,61
. Natko Zrncic-Dim CRO +1,61
21 Georg Streitberger AUT +1,63
22 Carlo Janka SUI +1,87
23 Travis Ganong USA +1,88
24 Manuel Osborne-Paradis CAN +2,05
. Ivica Kostelic CRO +2,05
26 Pawel Trichitschew RUS +2,48
27 Beat Feuz SUI +2,51
28 Adam Zampa SVK +2,81
29 Klemen Kosi SLO +3,13
30 Dimitri Koschkin KAZ +3,36

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