Mi, 18. Oktober 2017

100 Tage vor Wahl

14.02.2014 16:08

Image der EU kommt in Österreich nicht vom Fleck

Die Österreicher bewerten die EU weiterhin großteils negativ. Hundert Tage vor der EU-Wahl am 25. Mai zeigen die Ergebnisse der aktuellen Eurobarometer-Befragung, dass das Image der EU in Österreich im Ländervergleich im untersten Drittel liegt. Gestiegen sind dagegen der Bekanntheitsgrad der europäischen Institutionen und das Vertrauen in die EU.

Nur ein Viertel der Österreicher hat ein positives Bild von der EU. Im EU-Schnitt hat die Union bei 31 Prozent der Befragten ein gutes Image. Ein deutlicher Unterschied besteht in Österreich zwischen den jüngeren und älteren Befragten: Während 37 Prozent der 15- bis 24-Jährigen eine positives Bild von der EU haben, gaben das nur 17 Prozent der über 55-Jährigen an.

Die Krisenberichterstattung und Negativschlagzeilen der vergangenen Jahre hätten das Image geprägt, sagte Richard Kühnel, der Vertreter der EU-Kommission in Österreich, bei der Präsentation der Befragung am Freitag. Für den Eurobarometer wurden 1.032 Österreicher ab 15 Jahren persönlich befragt.

Entwicklung kritisch beäugt, aber Vertrauen steigt
Nur 27 Prozent der Österreicher sind der Meinung, dass sich die EU in die richtige Richtung entwickelt. Das Vertrauen in die EU ist in Österreich im Vergleich zum Frühjahr 2013 dagegen leicht gestiegen (39 Prozent, plus vier Prozentpunkte) und höher als im EU-Durchschnitt (31 Prozent). Das größte Vertrauen haben die Österreicher freilich in regionale Behörden (71 Prozent).

Auch die Bekanntheit der europäischen Institutionen steigt in Österreich. 95 Prozent der Befragten gaben an, schon einmal etwas über das Europäische Parlament gehört oder gelesen zu haben. Vor der vergangenen EU-Wahl 2009 waren das nur 87 Prozent. Auch die Europäische Kommission (94 Prozent) und die EZB (jeweils 94 Prozent) sind in Österreich mittlerweile nahezu allen ein Begriff.

Kritikpunkte: Zu viel Bürokratie, zu wenig Mitspracherecht
Die negative Wahrnehmung der EU bezieht sich stark auf die Themen Bürokratie und Mitspracherecht. 87 Prozent der Österreicher sind der Meinung, die EU erzeuge zu viel Bürokratie. Nur 34 Prozent der Österreicher glauben, ihre Stimme zähle in der Union. Positiver sehen die Österreicher die Rolle der EU im globalen Kontext: 61 Prozent gaben an, die Stimme der EU zähle in der Welt.

Das Bild der EU ist vor allem das einer Wirtschafts- und Währungsunion. Zwei Drittel aller Österreicher sprachen sich auch für diese aus und befürworteten den Euro. Themen wie Klimawandel, Forschung oder der Erhalt des Friedens werden dagegen kaum vermittelt. Am meisten erwarten sich die Österreicher von Europa bei der Bewältigung der Wirtschaftskrise.

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