Mi, 13. Dezember 2017

Nach Autounfall

14.02.2014 12:40

Ermittlungen gegen Neureuther wegen Fahrerflucht

Nach dem Verkehrsunfall von Felix Neureuther auf der Fahrt zum Münchner Flughafen, von dem aus er zu den Olympischen Spielen nach Sotschi reisen wollte, hat die Staatsanwaltschaft München II ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Fahrerflucht eingeleitet. Der Deutsche war am Freitagmorgen auf dem Weg zum Flughafen auf der Autobahn 95 bei einer Ausfahrt ins Schleudern geraten und in eine Leitschiene gekracht.

"Ich fliege halt erst morgen nach Sotschi", so der 29-jährige Slalom-Vizeweltmeister. Nach dem Aufprall habe er zwar auch geprellte Rippen gespürt, war aber sofort noch selbst zum Flughafen gefahren, wo er sein Olympia-Gepäck aufgab. Deshalb hat der Unfall auch rechtlich ein Nachspiel: Da die Leitschiene beschädigt wurde, hätte Neureuther warten müssen, bis die Polizei am Unfallort eintrifft - obwohl nur ein Sachschaden in der Höhe von rund 500 Euro entstanden ist.

Die Staatsanwaltschaft leitete noch am selben Tag ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts auf Fahrerflucht ein. Das Verfahren richte sich gegen den Lenker des Unfallwagens, hieß es aus dem Polizeipräsidium Oberbayern Süd, das gleichzeitig mitteilte: "Natürlich darf er nach Sotschi reisen."

Verzögerte Gefahr durch Schleudertraumata
Neureuther suchte nach seinem Zwischenstopp am Flughafen schnellstmöglich die Praxis von FC-Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt auf. "Er will alle therapeutischen und diagnostischen Möglichkeiten abklären", erklärte der deutsche Herren-Cheftrainer Karlheinz Waibel in Sotschi. Neureuther wurde geröntgt und unterzog sich auch einer Kernspintomografie, die keine Hinweise auf knöcherne Verletzungen zutage brachte. Es wurden ein Schleudertrauma und eine Zerrung des Bandapparates festgestellt. "Es geht ihm den Umständen entsprechend eigentlich ganz gut. Das Gemeine an Schleudertraumata ist aber, dass sich die Auswirkungen erst nach ein paar Tagen zeigen können", betonte Waibel.

Der Unfall geschah auf der Autobahn 95 bei Starnberg auf dem Weg zum Münchner Flughafen. Von dort wollte Neureuther zu seinen dritten Winterspielen starten. Ebenfalls mit im Auto war seine Freundin, die Biathletin Miriam Gössner. "Uns ist Gott sei Dank nichts Schlimmes passiert", sagte sie der Tageszeitung "tz". Gössner, die wegen ihrer Rückenverletzung in Sotschi nicht starten kann, rief die Polizei in Garmisch an, um den Unfall zu melden. "Das Glatteis kam aus dem Nichts", so Gössner. "Das war nicht vorherzusehen. Zum Glück waren keine weiteren Autos unterwegs."

Neureuther: "Mein Körper braucht jetzt Ruhe"
Später am Tag bedankte sich Neureuther bei den Fans für deren Anteilnahme nach seinem Autounfall. "Batman destroys nothing ;-) Kurze Rückmeldung: Danke an meinen Schutzengel und für Eure Genesungswünsche! Mein Körper braucht jetzt Ruhe, morgen geht der nächste Flieger - der Traum ist noch nicht ausgeträumt!", postete der deutsche Skirennfahrer. Ein Bild zeigt den 29-Jährigen mit Batman-Kappe und einer Kühlmanschette um den Hals.

Hirscher freut sich auf Neureuther
Österreichs Superstar Marcel Hirscher richtete seinem Freund und Konkurrenten nach dem Unfall via Facebook Genesungswünsche aus. "Felix Neureuther, was machst du für Sachen?! Sieh zu, dass du rasch fit wirst. Ich drücke dir die Daumen! Alles Beste, freue mich auf dich", schrieb der Salzburger an den Deutschen, der heuer schon drei Saisonrennen (Slaloms in Bormio und Kitzbühel sowie Riesentorlauf in Adelboden) gewonnen hat.

Neureuther gilt in den technischen Disziplinen als einer der härtesten Widersacher von Hirscher.

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