Mi, 18. Oktober 2017

"Power Sleep"

13.02.2014 12:00

„Schlafende“ Handys helfen im Kampf gegen Krebs

Samsung Österreich und die Universität Wien haben den Startschuss für ein Projekt gegeben, bei dem Handys während des nächtlichen Aufladens Rechenpower für die Wissenschaft bereitstellen. Kern der Zusammenarbeit ist die Anwendung "Power Sleep". Sie übernimmt immer dann, wenn das Smartphone über Nacht am Netzkabel hängt, Rechenaufgaben im Kampf gegen Krankheiten wie Krebs oder Alzheimer.

Im Schlaf Gutes tun – mit Power Sleep soll das laut Samsung schon bald möglich sein. Die eigens für die Unterstützung der wissenschaftlichen Forschung entwickelte App nutzt die stattliche Rechenleistung moderner Smartphones und Tablets immer dann, wenn sie vom Nutzer selbst nicht gebraucht wird.

"Um Krankheiten wie Krebs und Alzheimer zu bekämpfen, müssen wir wissen, wie Proteine beschaffen sind. Dazu braucht es Versuchsreihen, die immens viel Prozessorleistung benötigen", erklärt Bioinformatik-Professor Thomas Rattei. Power Sleep stelle diese Rechenleistung bereit und erlaube Smartphone-Nutzern, die Forschung im Schlaf voranzutreiben. "Je mehr mitmachen, desto größer die Wirkung", so Rattei.

Power Sleep arbeitet nachts Rechenaufgaben ab
Die Funktionsweise der App ist simpel. Sie gleicht im Grunde einer Wecker-App, die allerdings nachts nicht untätig ist, sondern Rechenaufgaben erledigt. Konkret werden dabei kleine Datenpakete mit je rund einem Megabyte Größe von den Servern eines Forschungsprojekts abgerufen, die als Basis für die Berechnungen dienen. Das Smartphone verarbeitet die Pakete dann und sendet sie nach Abschluss der Arbeit wieder zurück an die Server. So lassen sich große Mengen an Versuchsreihen sammeln, ohne dass die Wissenschaftler in teure Supercomputer investieren müssen.

Die Grundlage für die App stammt von der US-amerikanischen Universität Berkeley, die mit einer vergleichbaren Software für den PC schon jetzt die Rechenleistung von 60.000 Computern weltweit für wissenschaftliche Berechnungen anzapft. Mit Power Sleep können Forscher künftig auch die Rechenleistung von Smartphones für ihre Zwecke nutzen. Ein logischer Schritt, zumal die Leistung heutiger Smartphones mit schnellen Quad-Core-Chips immer weiter zu jener von PCs aufschließt.

Power Sleep ab Samstag zum Download bereit
Die Anwendung kann laut Samsung ab dem 15. Februar heruntergeladen werden – entweder über Samsungs hauseigenen Android-Anwendungsmarktplatz, alternativ aber auch über Googles Play Store. Die App ist nicht auf Samsung-Smartphones beschränkt und läuft auf allen Android-Handys mit Version 2.3 oder einer neueren Variante von Googles Mobilbetriebssystem.

Über den Datenverbrauch braucht man sich laut Samsung keine Sorgen machen: Standardmäßig sendet und empfängt Power Sleep Daten nur dann, wenn das Smartphone im heimischen WLAN hängt. Wer mag, kann aber auch die Mobilfunkverbindung für die Datenübertragung nutzen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).