Sa, 25. November 2017

„Vier Pfoten“:

12.02.2014 09:06

„Qualitätspelz“ bei Burberry ist eine Mogelpackung

Mit aktuellem Bildmaterial vom Winter 2013 belegt die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" tierquälerische Zustände in skandinavischen Pelztierfarmen. Es handelt sich dabei um Fuchsfarmen, die das finnische Pelz-Auktionshaus Saga Furs beliefern. Modeunternehmen wie Burberry brüsten sich damit, Pelze nur von Saga-zertifizierten Farmen zu beziehen, die angeblich höchsten Tierschutzstandards unterliegen sollen. Das Bildmaterial beweist allerdings das Gegenteil.

Die Aufnahmen stammen aus finnischen Fuchsfarmen und dokumentieren erschreckende Zustände, die sich in keiner Weise von anderen Farmen unterscheiden. Die Tiere kauern auf weniger als einem Quadratmeter Drahtgitterkäfig. Zahlreiche Tiere sind krank: Viele Polarfüchse sind extrem verfettet und können sich kaum bewegen, etliche haben entzündete Augen. Manchen Tieren fehlt der Schwanz, was auf Kannibalismus hindeutet. Unter den Käfigreihen, in denen die geruchsempfindlichen Tiere vegetieren, türmen sich Berge stinkender Exkremente.

Tierquälerei im Gitterkäfig
"Die dokumentierten Haltungsbedingungen auf Saga-zertifizierten Farmen sind ebenso grausam wie auf konventionellen Pelzfarmen. Kein Wunder, denn die Farmzertifizierung von Saga Furs basiert auf völlig unzureichenden Minimalvorgaben des Europarates, welche die Tierquälerei in winzigen Gitterkäfigen erlaubt. Ihre Einhaltung ist in Europa eine Selbstverständlichkeit und kein Qualitätsmerkmal“, erklärt Thomas Pietsch, Wildtierexperte bei den "Vier Pfoten".

Minimalvorgaben missachtet
"Die aktuell dokumentierten Haltungsbedingungen zeigen, dass nicht einmal diese Minimalvorgaben auf allen Farmen eingehalten werden. So steht etwa Rotfüchsen kein abgeteilter Bereich mit festen Wänden zur Verfügung", so Pietsch weiter. Burberry bewirbt seine Pelzprodukte als ethisch korrekt und aus einer Herkunft mit hohen Tierschutzstandards.

"Täuschung des Konsumenten"
Aus Sicht der "Vier Pfoten" handelt es sich um Täuschung des Konsumenten: "Eine völlig haltlose Marketingstrategie der Pelzbranche, welche die grausame Farmhaltung als guten Standard anpreist. Wenn Burberry den eigenen ethischen Ansprüchen im Tierschutz wirklich genügen will, muss das Unternehmen aus dem Geschäft mit Echtpelz aussteigen."

Große Mängel bei Kontrollen
Wie verbreitet Defizite bei finnischen Pelzfarmen sind, belegen auch offizielle Kontrollen. Bei jährlichen Tierschutzinspektionen zwischen 2010 und 2012 durch die zuständige Behörde EVIRA (Finnish Food Safety Authority) wurden zwischen 50 und gut 60 Prozent der Pelzfarmen wegen Tierschutzmängeln beanstandet.

Kritik an Zertifizierung
Im gleichen Zeitraum stieg die Anzahl der nach Saga Furs zertifizierten Farmen von über 60 auf circa 80 Prozent (im Oktober 2013 circa 90 Prozent). "Diese Zahlen machen deutlich, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt und dass eine Zertifizierung offenbar nicht einmal die Einhaltung der geltenden Mindestvorgaben garantiert", kritisiert Pietsch.

Unter www.pelz-frei.org können Sie Burberry auffordern, keinen Echtpelz mehr zu verwenden.

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