Mo, 23. Oktober 2017

Wiener festgenommen

11.02.2014 16:31

Zeuge ertappt Vater bei Missbrauch von Tochter (2)

Ein 50-jähriger Mann ist am Montagvormittag im Wiener Bezirk Favoriten auf frischer Tat ertappt worden, als er seine zweijährige Tochter missbrauchte. Wie die Polizei mitteilte, hatte ein Bauarbeiter (Bild) vom Gebäude gegenüber das Geschehen beobachtet. Der Zeuge zückte ein Handy und filmte zu Beweiszwecken mit, bevor er die Polizei alarmierte.

Der 43-jährige Bauarbeiter Anton M. alarmierte gegen 9.45 Uhr die Wiener Polizei. Er war auf einer Dachterrasse gegenüber mit Arbeiten beschäftigt, als er durch ein Fenster den Kindesmissbrauch beobachtete. Das Opfer habe er zunächst nicht bemerkt. "Zuerst habe ich gedacht, es handelt sich um eine Frau", schilderte er. Doch dann habe er gesehen, dass es ein Kind war.

Zeuge: "Ich habe zuerst geglaubt, das ist ein Spiel"
Anton M. konnte nicht glauben, was er im Haus gegenüber sah. "Ich habe zuerst geglaubt, das ist ein Spiel, aber dann habe ich gesehen, dass das echt ist", zeigte er sich noch immer fassungslos. "Ich wollte eigentlich sofort mit meinem Spitzhammer rübergehen, aber dann hatte ich eine bessere Idee", erklärte der 43-Jährige im "Krone"-Gespräch: Er habe sein Handy genommen und begonnen mitzufilmen. "Ich habe gewusst, wenn ich bei der Polizei anrufe, brauche ich einen Beweis. Denn wer glaubt sonst so was?"

Dann habe er die Exekutive alarmiert, die den Verdächtigen festnahm. "Ich war dann in der Van-der-Nüllgasse (Landeskriminalamt Wien, Außenstelle Süd, Anm.) und habe ausgesagt. Auch das Telefon habe ich dort gelassen", erzählte der Bauerarbeiter. Die Polizisten hätten das zehnminütige Video mit ihrer Technik so klar machen können, dass man die Tat gut habe erkennen können. "Aber es war auch so zu sehen. Mit diesem Beweismittel kann er sich nicht mehr herausreden", so der 43-Jährige.

50-Jähriger zeigte sich nach Videobeweis geständig
Die Exekutive nahm den 50-Jährigen fest, der sich nicht zuletzt wegen des Videobeweises geständig zeigte. Laut Polizeisprecherin Adina Mircioane gab der Mann auch einen zweiten Missbrauch an seiner jüngsten Tochter, der im Jänner begangen worden sei, zu.

Der 50-jährige Frühpensionist hat mit seiner um einiges jüngeren Frau neben dem Opfer auch noch eine zwölfjährige Tochter sowie einen fünfjährigen Sohn. Ob die beiden ebenfalls sexuellen Missbrauch über sich ergehen lassen mussten, soll in weiteren Einvernahmen geklärt werden.

Bruder des Verdächtigen wegen Missbrauchs in Haft
Die Mutter - ihr Alter gab die Polizei aus Opferschutzgründen ebenso wenig bekannt wie weitere Details zum Tatort - hat eigenen Angaben zufolge von den Vorgängen nichts gewusst. Sie sagte den Ermittlern, dass sie sich nicht vorstellen konnte, dass ihr Mann zu solchen Taten fähig sei. Er habe einen Bruder, der seit zwei Jahren wegen sexuellen Missbrauchs an den eigenen drei Kinder in Haft sei. "Ihr Mann wollte nichts mehr mit seinem Bruder zu tun haben", meinte Mircioane unter Berufung auf die Aussagen der Mutter.

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