Mo, 20. November 2017

Nach Umfrage

10.02.2014 13:12

ELGA: Streit zwischen Gegnern und Befürwortern

In der Diskussion um die Elektronische Gesundheitsakte haben sich Befürworter und Gegner auch am Montag nichts geschenkt. Der Hausärzteverband warf der ELGA-GmbH vor, mit der am Sonntag veröffentlichen Umfrage vom "Chaos" beim Abmeldevorgang ablenken zu wollen. In der Oekonsult-Umfrage sprachen sich 88 Prozent der Versicherten für einen Verbleib im System aus.

Der ELGA heftig bekämpfende Hausärzteverband sprach von chaotischen Zuständen beim Abmelden und davon, dass die ELGA-Widerspruchsstelle "maßlos überfordert" sei. Mit der von der ELGA-GmbH in Auftrag gegebenen Umfrage, wonach 88 Prozent im System bleiben wollen, werde nur versucht, davon abzulenken.

Der Hausärzteverband verwies in einer Aussendung allerdings darauf, dass nur eine Minderheit über ELGA Bescheid weiß. Damit ist für Hausärzte-Sprecher Wolfgang Geppert "bewiesen", dass die Verantwortlichen ihrer Aufklärungspflicht nicht nachgekommen seien. Er kündigte an, seine Kampagne "Raus aus ELGA" in den Arztpraxen fortzusetzen.

VP-Rasinger fordert Erleichterungen beim Abmelden
ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger forderte in der Montagsausgabe des "Kurier", die Abmeldung vom ELGA-System zu erleichtern. "Das Opt-Out muss einfacher werden", verlangte der ÖVP-Gesundheitssprecher, der selbst Arzt ist.

Diese Forderungen Rasingers kann die Geschäftsführerin der ELGA-GmbH, Susanne Herbek, nicht nachvollziehen. Sie verwies darauf, dass Rasinger in die Verhandlungen eingebunden gewesen sei und auch das ELGA-Gesetz mitbeschlossen habe. Der Forderung nach einer vereinfachten Abmeldung hielt Herbek entgegen, dass die Sicherheit gewährleistet sein müsse.

Und außerdem müsse auch sichergestellt sein, dass die Identität der betreffenden Person zweifelsfrei nachgewiesen ist. Auch die Kritik des Hausärzteverbandes, dass man mit der Umfrage vom "Chaos" bei den Abmeldungen ablenken wollte, wies Herbek zurück. Es sei wichtig gewesen, ein objektives Meinungsbild zu gewinnen, und dieses zeige, dass für die überwiegende Mehrheit der Österreicher die Vorteile überwiegen. Die ELGA-Geschäftsführerin bekräftigte jedoch, dass man die Informationsarbeit weiter forcieren werde.

Arbeiterkammer verteidigt ELGA
Auch die Arbeiterkammer verteidigte ELGA. Der Nutzen, den das System bringen werde, bleibe in der Diskussion viel zu unbeachtet, sagte Helmut Ivansits, Leiter der Abteilung Sozialversicherung in der AK Wien, in einer Aussendung. Durch ELGA könnten Patienten erstmals selbst nachvollziehen, wer in die Gesundheitsdaten Einsicht genommen hat. Und Krankenakten würden dann auch nicht mehr verloren gehen.

Selbstverständlich solle es jedem selbst überlassen sein, zu beurteilen, "ob ihm Behandlungsqualität wichtig ist oder nicht. Aber ob Austritt oder nicht, für eine Entscheidung bleibt noch genügend Zeit", verwies Ivansits darauf, dass die ersten Daten erst Ende des Jahres ins System eingespeist werden und eine Abmeldung jederzeit möglich sei.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden