Do, 14. Dezember 2017

"Glücklicher Zufall"

05.02.2014 11:26

Wie es der Katschberg zum Super Bowl schaffte

Dass Bob Dylan am Wochenende in der Pause des Super Bowl einen Werbesong für Chrysler und die Autostadt Detroit gesungen hat, erzürnt viele eingefleischte Fans. In den sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter echauffieren sich Anhänger über die kommerzielle Anwandlung ihres Idols. Am Katschberg in Kärnten freut man sich hingegen, blitzt doch plötzlich ein Verkehrsschild der Kärntner Gemeinde mitten im Spot auf.

Die Fans werfen dem späten Dylan (re. im Bild) vor, zum Autoverkäufer herabgesunken zu sein. Angesichts dessen würden sich andere Protestsänger im Grabe umdrehen. Gegen das Label "Protestsänger" protestiert Dylan allerdings schon seit Jahrzehnten.

Zustimmung erntet Dylan hingegen für seinen Schritt beim größten US-Sportereignis in Kärnten. In der Gemeinde Katschberg freut man sich darüber, dass in dem Werbespot nach 42 Sekunden zwischen zahlreichen Impressionen amerikanischer Highways unter dem Hinweisschild "Autobahn" auch ein Wegweiser zum Katschberg eingeblendet ist.

108 Millionen Zuschauer zum Nulltarif
"Wir haben nichts davon gewusst, das ist für uns ein glücklicher Zufall." Mit diesen Worten kommentierte der Leiter des Tourismusbüros Katschberg, Stefan Brandlehner, am Dienstag das Auftauchen des Hinweisschildes. Es habe im Vorfeld keinerlei Informationen über diesen Werbespot gegeben, meinte Brandlehner, man habe auch nicht dafür bezahlt. Und dennoch wurde somit der Name des Kärntner Skiortes von rund 108 Millionen Zuschauern wahrgenommen.

Bild stammt aus kommerzieller Datenbank
"Bei unseren Recherchen sind wir draufgekommen, dass das verwendete Bild aus einer kommerziellen Fotodatenbank stammt. Wie man aber auf den Katschberg gekommen ist, weiß ich noch immer nicht", so Brandlehner. Möglicherweise habe einer der Marketing-Verantwortlichen schon einmal die Region besucht. "Die Katschberg-Bundesstraße ist eine beliebte Teststrecke für neue Automodelle", erklärte Brandlehner. Er habe schon öfter sogenannte Erlkönige (getarnte Fahrzeug-Prototypen, Anm.) der verschiedensten Hersteller auf der Straße gesehen.

Für die Skiregion bedeute dieser Spot natürlich Aufmerksamkeit und damit Werbung, auch wenn er nicht mit einem markanten Anstieg amerikanischer Skiurlauber rechne, so der Touristiker. Aber die Diskussion mache natürlich die österreichischen Gäste aufmerksam, daher sei dies ein sehr willkommener Zufall.

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