Do, 14. Dezember 2017

Gewinnwarnung

06.02.2014 13:54

Sony stößt PC-Sparte ab und feuert 5.000 Arbeiter

Sony zieht die Notbremse und verabschiedet sich aus dem verlustreichen Geschäft mit Computern. Künftig konzentriert sich der japanische Traditionskonzern, der lange Zeit alle herkömmlichen Elektronikprodukte im Angebot hatte und auch den Walkman erfand, auf den Verkauf seiner Spielekonsole PlayStation sowie Kameras, Smartphones und Tablets.

Das Geschäft mit Fernsehern, das über Jahre einen hohen Milliardenverlust angehäuft hat, wird noch im Sommer ausgegliedert. Konzernchef Kazuo Hirai betonte, es sei nicht unmittelbar vorgesehen, diese Sparte zu verkaufen. Um sich schlanker aufzustellen und den Sparkurs voranzutreiben, werden weltweit 5.000 Stellen gestrichen - 3.500 davon außerhalb Japans. Unklar war zunächst, ob auch Europa davon betroffen ist.

Die Computersparte mit der Hauptmarke Vaio wird an den Investmentfonds Japan Industrial Partners verkauft. Diese Schritte treiben den Elektronik-Riesen im laufenden Geschäftsjahr tief in die roten Zahlen. Sony rechnet für das Jahr bis Ende März 2014 nun mit einem Nettoverlust von 110 Milliarden Yen, umgerechnet rund 800 Millionen Euro. Bisher war ein Gewinn von 220 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden.

Vaio-Marktanteil zuletzt nur mehr bei zwei Prozent
Sony startete das Vaio-Computergeschäft 1996. Auf dem Höhepunkt verkauften die Japaner knapp neun Millionen PCs im Jahr. Diese Zeiten sind aber lange vorbei: Der Aufstieg des chinesischen Lenovo-Konzerns bedeutete für Sony den Abstieg. Zuletzt lag der Marktanteil laut Forschungsinstitut Gartner nur noch bei 1,9 Prozent.

Nun wird Japan Industrial Partners den Computer-Bereich übernehmen. Finanzielle Details der Transaktion sind nicht bekannt. Medienberichten zufolge dürfte Sony aber maximal noch 360 Millionen Euro für die Sparte erhalten. Am künftigen Unternehmen wird Sony anfänglich mit fünf Prozent beteiligt sein.

Fernsehergeschäft macht seit zehn Jahren Defizite
Das ebenfalls strauchelnde Geschäft mit Fernsehern, das angesichts gesättigter Märkte fast allen Herstellern weltweit Probleme bereitet, gliedert Sony bis Juli aus. Der Bereich war letztmals im Geschäftsjahr per Ende März 2004 profitabel und hat seither operativ einen Fehlbetrag von nunmehr fast 5,56 Milliarden Euro angesammelt.

Der heimische Konkurrent Panasonic wird derzeit dafür gefeiert, den Firmenumbau erfolgreich in die Wege geleitet zu haben. Der Elektronikkonzern zieht sich beispielsweise aus dem Geschäft mit Plasmafernsehern zurück. Der deutsche Anbieter Loewe kooperiert mit dem chinesischen Hisense-Konzern, um sich neue Absatzmärkte zu erschließen und so wieder auf die Beine zu kommen.

5.000 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs
Sony streicht bis März kommenden Jahres rund 5.000 Stellen seiner zuletzt mehr als 145.000 Personen zählenden Belegschaft. Betroffen sich überwiegend Angestellte in der Fernseher- und Computersparte. Erst für das Geschäftsjahr 2015/16 rechnet Sony damit, dass sich diese Einsparungen auszahlen. Langfristig gesehen will der Konzern seine jährlichen Fixkosten um 730 Millionen Euro zurückschrauben.

Im Weihnachtsgeschäft von Oktober bis Dezember verdoppelte sich der Betriebsgewinn auf rund 660 Millionen Euro. Sony profitierte dabei von der starken Nachfrage nach seiner neuesten Spielekonsole PlayStation 4, einem Rückgang des Verlusts im TV-Segment und guter Geschäfte der Finanzsparte.

Zugleich erklärte Sony, deutlich mehr Smartphones verkauft zu haben und dies auch zu höheren Durchschnittspreisen. Die Japaner wollen in diesem Bereich nun angreifen und Apple sowie Samsung Konkurrenz machen, die hier dominieren.

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