Di, 21. November 2017

Hat nur ein Auge

31.01.2014 13:14

Hündin zu „unästhetisch“ für Online-Fotowettbewerb

Die Französische Bulldogge "Cleo" ist blind, doch mit ihrer Behinderung kommt sie bestens zurecht. Für ihre Besitzerin Sabine Marzi ist die Hündin die Schönste - deswegen reichte sie auch ein Bild von ihr bei einem Online-Fotowettbewerb ein. Jetzt, kurz vor Ablauf des Wettbewerbs, wurde das Bild vom Veranstalter gelöscht. Begründung: Cleo, die mit frischen Nähten von einer Augen-OP abgebildet ist, sei "extrem unästhetisch".

Ein Fotowettbewerb eines deutschen Online-Zoohandels erregt derzeit die Gemüter vieler Hundefreunde auf Facebook. Gesucht wird das "niedlichste" Foto, wer die meisten Likes hat, gewinnt einen Gutschein der Firma Tierparadies Wilke im Wert von 70 Euro. Den wollte auch Sabine Marzi aus Wien haben und reichte ein Bild von ihrer behinderten Hündin Cleo ein.

Disqualifikation kurz vor Schluss
Auf dem Foto sieht man die Französische Bulldogge kurz nach einer Operation. Der Druck im Auge war so groß, dass es entfernt werden musste, Naht und Fäden sind noch deutlich sichtbar. Innerhalb kurzer Zeit bekam das Bild mehr als 1.400 Likes, lag im Wettbewerb auf den vorderen Plätzen. Doch zwei Tage vor Ablauf wurden Sabine Marzi und Cleo vom Betreiber plötzlich disqualifiziert. Die offizielle Begründung (siehe Bild) dafür: Es sei "unfair", das "Leid eines Tieres zum Vorteil werden zu lassen".

"Extrem mitleidserregend und unästhetisch"
Tatsächlich klingt das in der Stellungnahme, die Sabine Marzi per Privatnachricht erhielt, aber ganz anders. "Wir finden das Bild nicht nur krass, sondern extrem mitleidserregend und unästhetisch", schreibt das Tierparadies Wilke (Screenshot liegt krone.at vor). Auch viele User hätten sich wegen Cleos Foto beschwert. Sabine Marzi ist wütend: "Ich wollte kein Mitleid, sondern dass Cleo als normaler, lebenslustiger Hund wahrgenommen wird."

"Unfaire Vorgehensweise"
Auch Kathi Hengl-Schmidl vom Verein "Behinderter Hund - Na und?" kann die Entscheidung des Veranstalters nicht nachvollziehen: "Es geht hier nicht ums Gewinnen, sondern um die unfaire Vorgehensweise. Zu behaupten, ein blinder Hund mit Fäden im Gesicht nach einer notwendigen Operation sei unästhetisch - wir sind sprachlos." Ihre kritischen Kommentare auf der Facebook-Seite des Tierparadies Wilke wurden gelöscht, sie selbst wurde blockiert.

Viele wütende Kommentare
Übrigens liegt derzeit ein Hund im Rollstuhl im Fotowettbewerb vorne. Die Teilnehmerin verzichte allerdings "zurecht darauf, den Gehwagen abzumontieren und die fehlenden Beine zu fotografieren, um Mitleid zu erhaschen", so der Kommentar der Firma Tierparadies Wilke. Auf der Facebook-Seite hagelt es wütende Kommentare von Hundefreunden. Nur Cleo hat von dem Rummel um sie nichts mitbekommen - von ihrer Operation hat sie sich bestens erholt.

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