Do, 23. November 2017

Für 2,9 Mrd. Dollar

30.01.2014 07:03

Paukenschlag: Google verkauft Motorola an Lenovo

Paukenschlag in der Mobilfunkbranche: Der Internetriese Google verkauft seine angeschlagene Handysparte Motorola Mobility nach weniger als zwei Jahren an den chinesischen Technikkonzern Lenovo. Der weltgrößte PC-Hersteller zahlt dafür 2,9 Milliarden Dollar (2,1 Milliarden Euro), zum Teil in eigenen Aktien, wie die Unternehmen am Mittwoch mitteilten. Google hatte im Mai 2012 für Motorola Mobility noch 12,5 Milliarden Dollar bezahlt.

Lenovo strebt ins Smartphone-Geschäft und kann die vor allem in den USA bekannte Marke Motorola gut gebrauchen. Google hatte den Kauf von Motorola 2011 unter anderem mit dem Patentschatz des Mobilfunkpioniers begründet. Jetzt behält der Internetkonzern einen Großteil der Patente.

Google konzentriert sich auf Android-Entwicklung
Google werde damit weiterhin das gesamte Android-Ökosystem verteidigen, sagte Konzernchef Larry Page. Er begründete den Verkauf damit, dass Motorola im scharfen Wettbewerb in der Branche bei einem reinen Gerätehersteller wie Lenovo besser aufgehoben sei. Google könne sich nun ganz auf Innovationen bei Android konzentrieren.

Unter Googles Regie wurde Motorola grundlegend umgebaut und brachte einige neue Modelle wie das aktuelle Flaggschiff Moto X und das günstigere Moto G heraus. Allerdings verlor die Sparte nach wie vor Geld. Motorola-Chef Dennis Woodside erzählte dennoch von großen Plänen für Smartphones mit vielen Sensoren. Das Unternehmen richtete eine Fabrik in Texas ein, um die Motorola-Handys zu fertigen.

Engere Kooperation mit Samsung
Die Übernahme barg von Anfang an Konfliktpotenzial: Google steht hinter dem weltweit dominierenden Smartphone-Betriebssystem Android. Und andere Hersteller von Android-Geräten wie Samsung hätten es nicht toleriert, wenn Motorola bevorzugt behandelt worden wäre.

Nur wenige Stunden vor Bekanntgabe des Deals mit Lenovo berichtete das Technologie-Blog "Recode", Google und der größte Smartphone-Hersteller Samsung hätten sich auf eine engere Zusammenarbeit geeinigt. Unter anderem wolle Samsung eigene Anpassungen des Betriebssystems zurückfahren und stärker auf Google-Dienste setzen.

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