Mo, 28. Mai 2018

Wohnzimmer-Gaming

30.01.2014 08:55

Steam: Spiele-Streaming nimmt langsam Gestalt an

Valve will in den kommenden Monaten mit seinen wohnzimmertauglichen Linux-Spiele-PCs unter dem Label Steam Machines und dem passenden Steam Controller eine Alternative zu den Konsolen von Microsoft, Nintendo und Sony heranzüchten. Das Problem der mangelnden Spieleauswahl für Linux will Valve umgehen, indem die Games von einem Windows-Rechner auf die Steam Machine gestreamt werden. Wie gut das bereits funktioniert, wird von Betatestern aktuell erprobt.

Die Streaming-Funktion, die der Spieledienst Steam in naher Zukunft erhalten soll, ist für den Erfolg der Steam Machines von zentraler Bedeutung. Das Grundproblem: Valves hauseigenes Linux-Betriebssystem SteamOS kämpft mit einer recht mickrigen Spiele-Auswahl, weil die meisten aktuellen Games nur auf Windows laufen.

Wer sich eine Steam Machine anschafft, will allerdings alle Games aus seiner Spielebibliothek spielen – nicht nur jene, die mit Linux kompatibel sind. Die Streaming-Funktion schafft hier Abhilfe: Dank ihr werden Games von einem vorhandenen Windows-Spielerechner auf einen anderen Rechner mit Steam gestreamt, dessen Betriebssystem und Hardware weitgehend nebensächlich sind.

Tester loben bereits spielbare Streaming-Games
Wie gut das bereits funktioniert, wird aktuell im Betatest erprobt. Mitmachen dürfen bislang nur ausgewählte Tester, erste Erfahrungsberichte lesen sich jedoch vielversprechend. So berichtet etwa Hayden Dingman, Redakteur bei "PC World", dass die Funktion bereits recht vernünftig funktioniere und im Test das Streaming des grafisch anspruchsvollen "Assassin's Creed 4: Black Flag" von einem Mittelklasse-Windowsrechner auf ein betagtes Macbook ohne größere Probleme funktioniere.

Zwar gebe es eine gewisse Latenz beim Spielen, die vor allem in Shootern das Zielen erschwert. Allerdings testete Dingman die Streamingfunktion auch in einem eher betagten 802.11g-Netzwerk mit einer maximalen Datenübertragungsrate von 54 Megabit pro Sekunde. Aktuellere WLAN-Standards wie 802.11n oder 802.11ac liefern eine wesentlich höhere Geschwindigkeit und sollten somit auch geringere Latenzen und höhere Datenraten stemmen. Spielbar seien die von ihm getesteten Games als Stream aber jetzt schon, schreibt Dingman.

Streaming löst mehrere Probleme auf einmal
Die positive Resonanz, auf die der Streamingdienst für das Heimnetzwerk stößt, gibt Grund zur Hoffnung, dass Valve tatsächlich eine praktikable Spiele-Streaminglösung zustande bringt. Damit würde der Steam-Betreiber gleich mehrere Probleme lösen. Er würde nicht nur die mangelnde Spiele-Auswahl für SteamOS und die Steam Machines ein Stück unproblematischer machen, sondern gleichzeitig Tür und Tor für die Nutzung von PC-Games in verschiedenen Räumen öffnen.

Durch Steams Spielestreaming könnten Besitzer eines leistungsstarken Spiele-PCs für wenig Geld einen schwachen Mini-PC an den Fernseher im Wohnzimmer oder im Schlafzimmer anschließen, der im Bedarfsfall Spiele aus dem Netzwerk streamt. PC-Spiele wären nicht länger an den PC gebunden, sondern könnten quer über verschiedene Betriebssysteme – Linux, MacOS, Windows – auch auf Rechner gestreamt werden, auf denen das Game sonst nicht laufen würde.

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