Mi, 22. November 2017

Ab nach Sotschi!

29.01.2014 16:55

Präsident Fischer verabschiedete 130 ÖOC-Athleten

Im Schneegestöber hatten Österreichs Olympiasportler am Mittwoch vor der Hofburg Aufstellung für das Mannschaftsfoto genommen, eingehüllt in die neuen dicken, roten Jacken – wohl ebenso wärmend wie diese sind auch die Worte gewesen, die den 130 Athleten von Bundespräsident Heinz Fischer, ÖOC-Präsident Karl Stoss und Sportminister Gerald Klug bei der Verabschiedung und Vereidigung mit auf den Weg nach Sotschi gegeben worden sind.

"Olympia ist ein Traum, der für 99,9 Prozent der Sportler unerfüllt bleibt. Für Sie alle geht er in Erfüllung. Das ist super. Ich gratuliere sehr herzlich", sagte Fischer den Athleten. Er dachte aber auch an Skirennläufer Hannes Reichelt, dem eine Bandscheibe den Traum von Olympia zerstört hatte. Aber der Weg zu Olympia führe über 100 verschiedene Hürden, da gehöre auch Pech dazu. "Kopf hoch und herzliche Grüße von uns allen", schickte das Staatsoberhaupt in Richtung Reichelt.

Fischer wünscht sich eine gesunde Heimkehr des Teams
Fischer gab zu bedenken, dass die Grenze zwischen Stockerl und dahinter nicht die Grenze zwischen guter und schlechter Leistung sei. "An die Viertplatzierten, Elftplatzierten, Nichtplatzierten: Ihr seid besser als 99,9 Prozent aller anderen, die im Wintersport unterwegs sind." Und ein vierter Platz im Slalom sei nicht zwangsläufig schlechter als ein zweiter in der Abfahrt. "Weil da vielleicht einer am OP-Tisch lag und einem anderen der Ski verwachselt wurde." Er wünsche sich eine gesunde Heimkehr des Teams, lieber eine Medaille weniger als einen schweren Gesundheitsschaden mehr.

OÖC-Präsident Stoss: "Gibt im Leben nichts Schöneres"
Für Rekordteilnehmer Mario Stecher war es bereits die sechste Olympia-Vereidigung seiner Karriere. "Wahre Worte", sagte der Nordische Kombinierer zur Rede des Bundespräsidenten. "Es zählen immer nur die Medaillen, aber als Vierter, Fünfter, Sechster ist man oft auch nicht viel schlechter." Zur Eröffnung der Zeremonie im Festsaal war die österreichische Bundeshymne gespielt worden. ÖOC-Präsident Stoss sagte in die Runde der Sportler, dass er ihnen wünsche, dass sie diese Hymne möglichst oft in Sotschi hören werden. Denn das bedeute einen Olympiasieg. "Und es gibt im Leben eines Sportlers nichts Schöneres."

Kontroversiell sei die Berichterstattung in den Medien über die Sotschi-Spiele gewesen, bei den Themen Sicherheit, subtropisches Klima ("Auf den dortigen Bergen ist derzeit mehr Schnee als auf den österreichischen") und Menschenrechte sei der Sport zu kurz gekommen. "Der Sport soll im Vordergrund stehen und jeder darf seine Meinung sagen. Aber bitte nicht an den Wettkampfstätten", mahnte Stoss, der auf die Regeln des Internationalen Olympischen Komitees verwies. Er wünsche sich, dass jeder die Farben mit Respekt, Anstand und Fair-Play trage.

Klug: "Sehe mich als Prellbock"
Sportminister Klug freute sich über 40 Heeressportler in den Reihen des ÖOC-Aufgebots und unterstrich die Vorbildwirkung aller Athleten für die Jugend. "Bewahren Sie kühlen Kopf, Sie brauchen niemandem mehr etwas zu beweisen. Viel Erfolg, alles Gute, toi, toi, toi." Er halte nichts von einem Boykott der Spiele, er werde selbst nach Sotschi reisen und sehe sich als "Prellbock". "Ich werde versuchen, wichtige Themen auf politischer Ebene zu thematisieren und zum Ausdruck zu bringen." Man beobachte die Lage in Russland ganz genau. Fischer erwähnte, dass um die 40 Staatsoberhäupter oder Regierungschefs nach Russland reisen werden.

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