So, 27. Mai 2018

Muslime vs. Kardinal

29.01.2014 15:26

D: Empörung nach Kinderreichtum-Sager

Mit Äußerungen zum Kinderreichtum von Muslimen in Deutschland ist der Kölner Kardinal Joachim Meisner auf empörten Widerspruch gestoßen. In einer Ansprache vor Mitgliedern einer katholischen Bewegung hatte Meisner laut Kölner Domradio gesagt: "Ich sage immer, eine Familie von euch ersetzt mir drei muslimische Familien."

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, wertete dies gegenüber dem "Kölner Stadt-Anzeiger" als Versuch des scheidenden Kardinals, "sich mit Sarrazin-ähnlichen Äußerungen über Muslime einen rustikalen Abgang zu sichern". Meisner bediene Ressentiments und islamfeindliche Stimmungen, "die wir so von der katholischen Kirche und besonders vom neuen Papst nicht kennen", sagte Mazyek.

Hier können Sie sich das Video mit Meisners Rede ansehen (ab Minute 88)!

Bekir Alboga von der Türkisch-Islamischen Union Ditib sagte dem Blatt: "Man stelle sich vor, ein muslimischer Würdenträger in vergleichbarer Position würde diesen Satz formulieren - ein Empörungsschrei ginge durch die Gesellschaft."

"Äußerungen gefährden öffentlichen Frieden"
Der religionspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im deutschen Bundestag, Volker Beck, forderte eine Entschuldigung von Meisner. "Seine Äußerungen gefährden den öffentlichen Frieden", kritisierte Beck in Berlin. Das Christentum fordere "von uns Respekt vor allen Menschen".

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz von der SPD, sprach gegenüber der Zeitung von der "persönlichen Meinung eines katholischen Würdenträgers", die sie nicht kommentiere, "auch wenn ich sie nicht verstehe".

Kardinal: "Wortwahl war vielleicht unglücklich"
Nach der Kritik an seinen Äußerungen, die er vor wenigen Tagen bei einer Veranstaltung des "Neokatechumenalen Wegs", einer geistlichen katholischen Bewegung, tätigte, ruderte Meisner nun zurück. "Meine Wortwahl war in diesem Fall vielleicht unglücklich", hieß es am Mittwoch in einer Aussendung des Erzbistums. "Bedauerlicherweise hat meine Äußerung über muslimische Familien für Irritationen gesorgt. Es war keineswegs meine Absicht, Menschen anderen Glaubens damit zu nahe zu treten."

Seine Worte seien gemeint gewesen als "Wertschätzung für Familien, in denen der Glaube lebt und fruchtbar wird". Er habe früher schon verschiedentlich gesagt, "dass muslimische Familien unserer überalternden Gesellschaft in manchem ein Beispiel geben", betonte Meisner.

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