Mo, 21. Mai 2018

Frischluft vs. Wärme

31.01.2014 16:41

Sport im Winter: Drinnen oder draußen?

Laufen gehen? Lieber nicht, es ist windig und rutschig, außerdem wird es so früh dunkel. Ins Fitnessstudio? Da muss man erst hinfahren und die Luft ist so schlecht, außerdem sind da immer so viele Leute. So manchen Sportler plagt im Winter die Entscheidung, ob er lieber drinnen oder draußen seine Muskeln trainiert. Im Idealfall sollte man versuchen, beides zu kombinieren.

Zugegeben, im Winter ist es nicht immer einfach, sich regelmäßig zu bewegen, falsch wäre es aber, jetzt gänzlich zu pausieren. Nicht nur, weil der Einstieg im Frühjahr dann wieder viel mühsamer ist, sondern weil sich die Muskulatur nach zwei bis drei Wochen langsam abzubauen beginnt. Aber auch das Immunsystem und die Stimmung sinken, weil sich die Ausschüttung von Botenstoffen verringert, die beim Sport in Gang kommt.

Stellt sich die obige Frage also erneut: draußen oder drinnen sporteln? Idealerweise ergänzen sich beide Möglichkeiten. Zu bedenken ist, dass in geschlossenen, geheizten Räumen die Luftqualität mit Abstand schlechter ist als im Freien – geringe Luftfeuchtigkeit, hohe Keimbelastung. Dazu kommen höhere Kosten und Zeitaufwand.

Verletzungsgefahr ist drinnen geringer
Dafür reduziert sich die Verletzungsgefahr am Laufband oder Ergometer im Gegensatz zu Outdoor-Sportarten durchaus erheblich, man kann gezielter und wetterunabhängig trainieren. Schnellere Laufeinheiten etwa sind drinnen weniger problematisch, denn bei Anstrengung muss man tiefer einatmen. Bei kalter Luft im Freien bedeutet das eine Reizung der Atemwege, vor allem durch Mundatmung.

Weil das Ausdauertraining an Geräten schnell langweilig und eintönig werden kann, sollte man es durch Krafteinheiten ergänzen. Rudergerät und Crosstrainer bieten sich ebenfalls an. Ausprobieren: Rennprogramme am Standrad oder "Spinning" in der Gruppe. Wenn möglich, Sauna, Dampfbad und Massagen nützen. Schwimmen unterstützt Herz und Kreislauf, erhält die Ausdauer.

Alternativen für draußen
Alpiner Skisport ist in Österreich sehr beliebt, als Alternative empfehlen Experten Schneeschuhwanderungen. Wichtig: eine moderne Sicherheitsausrüstung und genaue Tourenplanung. Langlaufen in der klassischen Technik ist ebenfalls anzuraten (der Skating-Stil ist wesentlich aufwendiger und konditionell fordernder). Auch Skitourengehen erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

Die "Krone" hat dazu Michael Koller, Sportwissenschaftler und Master of Public Health (MPH) der MedUni Wien, sowie Dr. Robert Fritz, Sport- und Ernährungsmediziner von der Sportordination Wien, befragt.

"Krone": Viele Menschen wollen im Winter nicht draußen laufen oder Rad fahren, weil sie Angst haben, sich zu erkälten oder Halsweh zu bekommen. Stimmt das?
Koller und Fritz: Unser Immunsystem passt sich an die Witterungsumstände an. So hat eine Untersuchung gezeigt, dass Hundebesitzer, die bei jedem Wetter die Runden mit ihrem vierbeinigen Mitbewohner drehen, deutlich weniger unter Erkältungskrankheiten leiden als "Stubenhocker". Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft stärkt die Immunabwehr – Sie müssen aber die richtige Bekleidung wählen.

"Krone": Raten Sie Sportlern zu Funktionskleidung?
Koller und Fritz: Unbedingt, und zwar im altbewährten Zwiebelprinzip: mehrere dünne Lagen übereinander, atmungsaktive Wäsche direkt auf der Haut verhindert Wärmestau und starkes Schwitzen. Dazu eine regen- und windabweisende Jacke. Feuchtigkeit führt nämlich zum Auskühlen, und dann sind Husten und Schnupfen programmiert. Ein absolutes Must-have ist die Kopfbedeckung.

"Krone": Warum sollte man auch im Winter auf Bewegung im Freien nicht verzichten?
Koller und Fritz: Es wird dem chronischen Lichtmangel in der kalten Jahreszeit entgegengewirkt, das beugt depressiver Stimmung vor. Draußen findet Bewegung in einer komplexeren Umgebung statt, das lenkt den Geist ab und man kann sich besser entspannen. In der Natur findet man zudem keimärmere Luft vor – ganz anders als in geheizten Räumen.

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