So, 19. November 2017

4G-Netzausbau

28.01.2014 12:06

A1 nimmt erste LTE-800-Sendemasten in Betrieb

Der Mobilfunker A1 hat am Dienstag die Inbetriebnahme seiner ersten 200 LTE-800-Sendestationen bekannt gegeben. Damit sei man der erste Mobilfunker, der die bei der Frequenzauktion der Digitalen Dividende im Vorjahr erworbenen Frequenzen auch in der Praxis nutzt, so A1. Durch die neuen LTE-800-Sendemasten erreiche die neue 4G-Mobilfunkgeneration nun 45 Prozent der Österreicher. Neukunden sollen in den A1-Go-Tarifen ab sofort vom Datenturbo profitieren.

"Wir drehen mit dem heutigen Tag LTE 800 auf – als Erste in Österreich", verkündete A1-Chef Hannes Ametsreiter (links im Bild) beim offiziellen Startschuss für die neue Mobilfunkgeneration im A1-Shop auf der Wiener Mariahilfer Straße. Mit der neuen Funktechnologie erreiche man unter Idealbedingungen Datenraten von bis zu 150 Megabit pro Sekunde und geringe Latenzzeiten von rund 20 Millisekunden.

Neue Frequenz hat höhere Reichweite pro Sendemast
In den 27 größten Städten Österreichs nutzt A1 schon länger LTE-Technologie mit einer 2.600-Megahertz-Frequenz, nun sollen dank LTE 800 aber auch Stadtränder und Umlandgemeinden mit dem Datenturbo versorgt werden. Dafür eigne sich das bei der LTE-Frequenzauktion neu erstandene 800-Megahertz-Band deshalb besonders gut, weil bei dieser niedrigen Frequenz mit einem einzelnen Sendemast eine ähnliche Netzabdeckung realisierbar sei wie mit drei aktuellen 3G-Sendemasten.

LTE 800 habe im Gegensatz zur in den Städten bereits genutzten 2.600-Megahertz-Variante "hervorragende Ausbreitungseigenschaften", sagt A1-Technikchef Marcus Grausam (rechts). Tatsächlich könne man mit einem LTE-800-Sendemast eine ähnliche Reichweite erzielen wie mit einem GSM-Handymast. Das sei auch beim Ausbau praktisch, da man die 6.000 bestehenden GSM-Masten mit LTE-Infrastruktur aufrüsten und die Übertragungsgeschwindigkeiten so um den Faktor 750 steigern könne.

Besserer Empfang in Gebäuden durch LTE 800
Vorteile soll LTE 800 nicht nur bei der Reichweite der Handymasten, sondern auch bei der Empfangsqualität in Innenräumen bringen. Die bisher genutzte 2.600-Megahertz-Frequenz schwächelt in diesem Bereich mitunter, während die neue 800-Megahertz-Frequenz in Innenräumen ähnlich gut funktionieren soll wie GSM-Funk. Weil A1 plant, auch in den Städten die bestehende 2.600-Megahertz-Infrastruktur durch LTE 800 zu ergänzen, sollte der LTE-Empfang in Innenräumen auch in der Stadt mittelfristig besser werden.

Nach Inbetriebnahme der ersten 200 LTE-800-Masten erreiche man nun 45 Prozent der Österreicher mit dem LTE-Datenturbo. Einer 45-prozentigen Netzabdeckung entspricht das freilich nicht, schließlich lebt ein großer Teil der Österreicher in Ballungsräumen, die naturgemäß schneller mit LTE versorgt werden. Bis zur flächendeckenden Versorgung dürften noch drei bis vier Jahre vergehen, schätzt Grausam.

Volles Tempo weiterhin nur im Zusatzpaket
Bis Handynutzer den LTE-Datenturbo in vollen Zügen genießen können, werden aber ohnedies noch ein paar Jahre vergehen. Auch wenn A1-Neukunden ab sofort bei Abdeckung bereits im LTE-Netz surfen, können sie die höchstmögliche Übertragungsgeschwindigkeit weiterhin nur beim Kauf eines entsprechenden Zusatzpakets verwenden. Ansonsten surfen sie mit 3G-Geschwindigkeit im 4G-Netz. So profitieren sie zwar von niedrigeren Latenzzeiten und erreichen die maximal mögliche im Vertrag inkludierte Übertragungsgeschwindigkeit zuverlässiger, die 150 Megabit kosten aktuell aber noch zehn Euro extra pro Monat.

Apropos Kosten: Auf die zuletzt gestiegenen Preise (siehe Infobox) im Telekom-Sektor angesprochen, entgegnet A1-Chef Ametsreiter: "Wir hatten die billigsten Tarife in Europa und die höchsten Kosten für die neuen Frequenzen." Außerdem seien die Preise für Mobilfunkverträge in den vergangenen Jahren stets gefallen – das habe nicht ewig so weitergehen können und es sei nicht verwunderlich, dass die Preise nun anziehen. So dramatisch sei die Situation aber letztlich nicht: "Auch wenn es Erhöhungen gibt, haben wir immer noch die günstigsten Tarife in der EU."

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