Mi, 23. Mai 2018

Ja zu Kandidatur

27.01.2014 17:40

Ägypten-Wahl: Militär bringt Armeechef in Stellung

Nach wochenlangen Spekulationen hat Ägyptens Armeechef Abdel Fattah al-Sisi einen entscheidenden Schritt auf dem Weg an die Staatsspitze gemacht: Die Armeeführung, deren oberster Vertreter Sisi ist, gab am Montag erwartungsgemäß grünes Licht für eine Präsidentschaftskandidatur des 59-Jährigen. Sisi gilt seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär Anfang Juli 2013 als der wahre starke Mann in Ägypten.

Zuletzt bekleidete Sisi neben dem Amt des Armeechefs in Personalunion die Posten des Verteidigungsministers und des Vizeregierungschefs. Sein Einfluss war damit enorm, denn die ägyptische Armee ist ein gewaltiger Machtfaktor im Staat am Nil.

Noch zum Feldmarschall ernannt
In den Streitkräften erklomm Sisi am Montag höchste Höhen: Der von ihm eingesetzte Interimspräsident Adli Mansur ernannte ihn zum Feldmarschall. Beobachter werteten die Beförderung als Abschiedsgeschenk an einen scheidenden Armeeführer.

Die Auszeichnung sei "nicht nach einem großen militärischen Sieg" erfolgt, sagte Nahost-Spezialist Karim Bitar vom Institut für internationale und strategische Beziehungen in Paris. Das bedeute, dass die "aktuelle Repression im Zuge des 'Kriegs gegen den Terrorismus' wie ein Triumph auf dem Schlachtfeld gewertet wird".

Die ägyptische Führung und die Armee gehen mit aller Härte gegen die von der Macht verdrängten Muslimbrüder vor, aus denen der von der Armee gestürzte Präsident Mursi hervorging. Mursi war der einzige bisher demokratisch gewählte Staatschefs Ägyptens.

Präsident Mursi im Juli entmachtet
Mursi war am 3. Juli von der Armee entmachtet worden. Im Dezember erklärte das Militär die Muslimbruderschaft zur "terroristischen Organisation". Seit Mursis Sturz wurden in Ägypten bei gewaltsamen Auseinandersetzungen mehr als 1.000 Menschen getötet und nahezu die vollständige Führungsriege sowie Tausende Anhänger der Muslimbrüder festgenommen.

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