Fr, 24. November 2017

Hirscher Zweiter

28.01.2014 21:47

Kristoffersen siegt beim „Nightrace“ in Schladming

Auf den elften österreichischen Sieg beim "Nightrace" auf der Schladminger Planai heißt es vorerst weiter warten. Ausgerechnet der gerade einmal 19 Jahre alte Norweger Henrik Kristoffersen schnappte den Österreichern vor Tausenden begeisterten Skifans am Dienstagabend den so heiß ersehnten Heimsieg weg. Immerhin: Marcel Hirscher zeigte mit Platz zwei (+0,18 Sekunden), dass er den Ausfall von Kitzbühel am Wochenende wegstecken konnte. Dritter wurde Felix Neureuther, eine läppische Hundertstel hinter Hirscher.

Mario Matt griff als Halbzeitführender nach seinem dritten Schladming-Sieg nach 2000 und 2008, fädelte aber im Finale der Olympia-Generalprobe nach wenigen Toren ein. Matt war nach seinem bereits dritten Saisonausfall bitter enttäuscht. "'Kitz' war schon brutal bitter, aber das heute ist noch viel bitterer. Wenn man in so einem Rennen vor so einer Kulisse als Führender beim zweiten Tor einfädelt, dann geht es wohl nicht blöder", erklärte der Tiroler.

Kristoffersen: "Den unteren Teil bin ich wirklich gut gefahren"
Der vom Steirer Christian Mitter betreute Kristoffersen sorgte indes bei der 17. Auflage des Nachtslaloms für den ersten norwegischen Triumph. Der Jungstar war von seinen Gefühlen überwältigt. "Es ist unglaublich. Die Zuschauer in Schladming sind die besten der Welt", meinte Kristoffersen, der im ersten Durchgang die Startnummer eins gut ausgenutzt hatte und auf Rang zwei gefahren war. Im zweiten Lauf legte Kristoffersen dann ein furioses Finale hin und fing Hirscher und Neureuther noch ab. "Den unteren Teil bin ich wirklich, wirklich gut gefahren. Es war so eng, da musste ich einfach voll riskieren."

Hirscher: "Henrik ist ein brutal guter, cooler Skifahrer"
Hirscher konnte mit Rang zwei gut leben. "Bis zehn Tore vor dem Ziel war ich sensationell unterwegs. Dann hab ich leider viele Fehler produziert", berichtete der zweifache Gesamtweltcup-Sieger, der den Rückstand auf Gesamtleader Aksel Lund Svindal (NOR) auf 22 Zähler verkürzte. Der ÖSV-Star zog die Haube vor Kristoffersen: "Henrik ist ein brutal guter, cooler Skifahrer." Schladming war damit auch 2014 für Hirscher ein guter Boden. 2012 hatte er auf der Planai seinen ersten Gesamtweltcup-Sieg fixiert, 2013 war er zu WM-Gold im Slalom gerast.

Neureuther: "So ein Sauhund, der Marcel"
Damals hatte Hirscher Neureuther auf Platz zwei verwiesen und diesmal war Hirscher wieder vorne, wenn auch nur mit 0,01 Sekunden Vorsprung. "So ein Sauhund, der Marcel", entfuhr es Neureuther scherzhaft. Der Deutsche legte im vom deutschen Trainer Hannes Wallner gesteckten Finale einen Totalangriff hin und katapultierte sich noch vom neunten auf den dritten Platz. "Ich habe nach dem verpatzten ersten Durchgang gewusst, dass noch alles möglich ist. Ein Podiumergebnis ist immer überragend", so Neureuther, der zuletzt in "Kitz" triumphiert hatte.

Hörl verpasst sich mit Knie "Kinnhaken"
Reinfried Herbst fuhr als Zehnter auch im siebenten Saison-Slalom in die Top 13. Schladming-Rekordgewinner Benjamin Raich (vier Siege) landete nach durchwachsener Leistung auf Rang 16, Manfred Pranger auf 17. Bitter verlief das Rennen für Wolfgang Hörl: Der Salzburger geriet zur Hälfte des flüssig und problemlos gesteckten ersten Laufs in arge Bedrängnis, wurde ausgehebelt und schlug sich, als seine Skier wieder "Grip" fanden, mit dem eigenen Knie ans Kinn. Durch die Wucht des "Kinnhakens" suchte sogar sein Helm das Weite. Hörl rutschte danach noch einige Meter weit benommen talwärts, wenig später stand er allerdings wieder auf seinen Beinen.

Das Ergebnis:

Rang Name Nation Lauf 1 Lauf 2 Gesamt Rückstand
1 KRISTOFFERSEN H. NOR 50.72 56.71 1:47.43
2 HIRSCHER Marcel AUT 50.79 56.82 1:47.61 +0.18
3 NEUREUTHER Felix GER 51.30 56.32 1:47.62 +0.19
4 DOPFER Fritz GER 51.29 56.42 1:47.71 +0.28
5 PINTURAULT Alexis FRA 51.12 56.64 1:47.76 +0.33
6 HARGIN Mattias SWE 50.73 57.65 1:48.38 +0.95
7 MÖLGG Manfred ITA 51.27 57.72 1:48.99 +1.56
8 LARSSON Markus SWE 51.94 57.21 1:49.15 +1.72
9 MISSILLIER Steve FRA 52.22 57.05 1:49.27 +1.84
10 HERBST Reinfried AUT 51.66 57.64 1:49.30 +1.87
11 GRANGE Jean-B. FRA 52.53 56.86 1:49.39 +1.96
12 KHOROSHILOV A. RUS 52.53 57.16 1:49.69 +2.26
13 RAZZOLI Giuliano ITA 52.43 57.69 1:50.12 +2.69
14 BAECK Axel SWE 52.61 57.52 1:50.13 +2.70
15 HAUGEN Leif K. NOR 52.84 57.30 1:50.14 +2.71
16 RAICH Benjamin AUT 52.59 57.66 1:50.25 +2.82
17 PRANGER Manfred AUT 53.04 57.25 1:50.29 +2.86
18 DEVILLE Cristian ITA 53.56 56.93 1:50.49 +3.06
19 LAHDENPERAE A. SWE 53.24 57.34 1:50.58 +3.15
20 NORDBOTTEN J. NOR 53.60 57.20 1:50.80 +3.37
21 KOSTELIC Ivica CRO 52.63 58.22 1:50.85 +3.42
22 CHODOUNSKY D. USA 52.36 58.68 1:51.04 +3.61
23 VALENCIC Mitja SLO 52.58 58.58 1:51.16 +3.73
24 SASAKI Akira JPN 53.24 58.07 1:51.31 +3.88
25 SOLEVAAG S.-F. NOR 53.42 59.03 1:52.45 +5.02
26 TONETTI Riccardo ITA 53.72 59.77 1:53.49 +6.06
27 GRANSTROM Colby USA 53.38 1:03.72 1:57.10 +9.67

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