Mi, 23. Mai 2018

Auch die Kinder

26.01.2014 13:46

Ließ Kim gesamte Familie seines Onkels hinrichten?

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un hat laut einem Medienbericht nach seinem Onkel angeblich auch dessen gesamte Familie hinrichten lassen. "Alle direkten Verwandten von Jang Song Thaek sind getötet worden, darunter sogar Kinder", berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Sonntag. Jang Song Thaek, der Ehemann von Kims leiblicher Tante, war im Dezember wegen des Vorwurfs des Hochverrats und Putschversuchs exekutiert worden.

Yonhap berichtete unter Berufung auf anonyme Informationsquellen, das Regime in Pjöngjang habe die engsten Verwandten des angeheirateten Onkels - unter ihnen auch Kinder - auf Anweisung Kims ebenfalls hinrichten lassen.

"Die Exekutionen bedeuten, dass von Jang keine Spuren übrig bleiben sollen", wurde ein Informant zitiert. Die "Säuberungen" in dem weithin abgeschotteten Nachbarland dauerten an. Jang galt lange Zeit als graue Eminenz des Regimes.

Opfer teilweise öffentlich erschossen
Opfer der Hinrichtungen seien unter anderen zwei Botschafter Nordkoreas gewesen, hieß es. Der betroffene Botschafter in Kuba sei der Ehemann einer Schwester von Jang und der Gesandte in Malaysia ein Neffe gewesen. Die Söhne, Töchter sowie Enkel von Jangs beiden Brüdern seien ebenfalls vorsätzlich getötet worden.

Dem Bericht zufolge waren die Verwandten Anfang Dezember aus dem Ausland zurückgerufen worden. Es sei wahrscheinlich, dass die Hinrichtungen kurz nach dem Tod Jangs vollstreckt worden seien. Einige seien auch öffentlich erschossen worden. Für die Berichte gab es aus Nordkorea keine Bestätigung.

Südkorea befürchtet Instabilität
Die Berichte kommen zu einem Zeitpunkt, da Südkorea starke Zweifel hegt, dass Nordkorea seine Vorschläge für eine Entspannung auf der koreanischen Halbinsel auch ernst meint. Südkorea befürchtet nach den jüngsten politischen Säuberungen vor allem eine größere Instabilität im Nachbarland.

Die Lage in der Region ist seit dem dritten nordkoreanischen Atomtest im vergangenen Februar sehr angespannt. Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye hatte Kim Jong Un nach den jüngsten Vorgängen in seinem Land eine "Schreckensherrschaft" vorgeworfen. In Nordkorea ist es an der Tagesordnung, dass nicht nur unliebsame "Staatsfeinde", sondern auch deren Familien in Sippenhaft genommen und sogar hingerichtet werden.

Onkel galt als Nummer zwei im Staat
Jang Song Thaek war mit Kim Jong Ils einflussreicher Schwester Kim Kyong Hui verheiratet gewesen. Er war unter anderem stellvertretender Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsausschusses und galt nach dem Tod von Kims Vater Kim Jong Il Ende 2011 als starker Mann und graue Eminenz im kommunistischen Staatsapparat. Seine Entmachtung und spätere Hinrichtung bedeutete die größte Umwälzung in der nordkoreanischen Führung seit dem damaligen Führungswechsel.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden