So, 20. Mai 2018

Australian Open

23.01.2014 13:28

Schweizer Wawrinka erster Finalist in Melbourne

Der Schweizer Stanislas Wawrinka hat bei den Australian Open als erster Spieler das Endspiel erreicht. Der 28-Jährige setzte sich am Donnerstag in Melbourne gegen den Tschechen Tomas Berdych 6:3, 6:7(1), 7:6(3), 7:6(4) durch und steht damit erstmals in seiner Karriere im Finale eines Grand-Slam-Turniers. In diesem trifft der Weltranglisten-Achte am Sonntag auf den Sieger der Partie zwischen dem Weltranglistenersten Rafael Nadal aus Spanien und seinem Landsmann Roger Federer.

"Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich bin sprachlos", meinte der 28-jährige Schweizer noch auf dem Platz. Er habe nie erwartet, jemals in einem Grand-Slam-Finale zu stehen. "Und heute ist es nun soweit." Den Wunsch seiner dreijährigen Tochter Alexia erfüllte er damit jedoch nicht. "Sie wollte, dass ich verliere, weil ich dann nach Hause komme", verriet Wawrinka. "Sorry, dass ich jetzt noch vier Tage hierbleibe."

Neue Schweizer Nummer eins?
Mit dem Sieg trug Wawrinka seinen Teil dazu bei, dass es am Sonntag am australischen Nationalfeiertag in Melbourne zum ersten rein-schweizerischen Major-Endspiel kommen könnte. "Das wäre natürlich unglaublich", betonte Wawrinka. "Roger ist der größte Spieler aller Zeiten." Allerdings könnte er den Rekord-Grand-Slam-Sieger in Melbourne sogar als Schweizer Nummer eins ablösen. Dies wäre der Fall, wenn Federer gegen Nadal verliert oder Wawrinka im Endspiel gegen seinen Landsmann triumphieren würde.

Im Vergleich zu Wawrinkas Partie im Viertelfinale gegen Titelverteidiger Novak Djokovic aus Serbien entwickelte sich gegen Berdych ein ganz anderes Spiel. Das 14. Duell der beiden bot nur phasenweise ein Spektakel, zu sehr wurde das Geschehen vom jeweiligen Aufschläger dominiert. Beide brachten mehr als 60 Prozent der ersten Aufschläge ins Feld, dementsprechend hoch war die Anzahl der Asse (21:18 zugunsten von Berdych) und Servicewinner.

Tie-Break-Krimis in den Sätzen zwei bis vier
Die Entscheidung in der Partie fiel in den Tiebreaks des dritten und vierten Satzes, nachdem Berdych jenes im zweiten Durchgang mit 7:1 klar für sich entschieden hatte. Zwei Doppelfehler von Berdych ebneten Wawrinka in der zweiten Kurzentscheidung des Abends den Weg zur 2:1-Satzführung. Auch im dritten Tiebreak war den beiden Kontrahenten die Anspannung anzumerken. Berdych unterlief erneut ein Doppelfehler, zudem segelte eine einfache Vorhand des Tschechen beim Stand von 3:5 ins Aus, womit Wawrinka drei Matchbälle hatte. Den ersten vergab der Schweizer mit seinem insgesamt vierten Doppelfehler des Abends, den zweiten nutzte er.

Gegen die beiden möglichen Finalgegner weist Wawrinka, der in dieser Saison in zehn Spielen noch ohne Niederlage ist, eine miserable Bilanz auf. Gegen Federer hat er nur eine von 13 Partien gewonnen, gegen Nadal verließ Wawrinka bisher in allen zwölf Anläufen den Platz als Verlierer. Trotzdem ist dem vor knapp zwei Wochen zum "Schweizer des Jahres" gewählten Außenseiter der ganz große Coup zuzutrauen.

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