So, 27. Mai 2018

Fleisch für Muslime

22.01.2014 17:11

Japan: Walfang jetzt auch mit Halal-Zertifikat

So verhöhnt Japan die Welt: Werden Wale offiziell zu "wissenschaftlichen Zwecken" gejagt, macht das Land kein Geheimnis daraus, dass das Fleisch der erlegten Meeressäuger letztlich auf dem Teller landet. Einen weiteren Beweis dafür liefert nun die Meldung, dass ein japanisches Walfang-Schiff doch tatsächlich ein Halal-Zertifikat erhalten hat. Die Schlachtung auf der "Nisshin Naru" (Bild) erfolgt laut Angaben des Eigners gemäß den muslimischen Vorschriften.

Das Fabrikschiff habe das Siegel bekommen, nachdem Sonderinspekteure das Schiff in Hiroshima besichtigt hätten, sagte ein Sprecher des Eigners, Kyodo Senpaku, am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Demnach wiesen die Inspekteure die Arbeiter auf dem Walfänger an, das Desinfektionsmittel für die Hände auszutauschen, um sicherzustellen, dass es keine Berührung mit Alkohol gebe.

Halal-Siegel soll neue Kunden bringen
Der Schiffseigner habe sich dem Sprecher zufolge um das Halal-Siegel bemüht, nachdem einer seiner Geschäftspartner dies angeregt hatte - um die erlaubten Fleischsorten für die Muslime, denen der Genuss von Schweinfleisch aus religiösen Gründen verboten ist, im Land zu erweitern.

Die Internationale Walfangkommission hatte 1986 ein Moratorium für den kommerziellen Walfang in Kraft gesetzt. Japan nutzt ein Schlupfloch des Abkommens, indem es Wale offiziell zu "wissenschaftlichen Zwecken" jagt. Es macht aber kein Geheimnis daraus, dass das Fleisch der erlegten Meeressäuger in Geschäften und Restaurants angeboten wird.

Australien klagte gegen japanischen Walfang
Zuletzt hatte Australien den Japanern kommerzielle Gründe für den Walfang vorgeworfen. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag verhandelt derzeit über eine Klage Australiens gegen das japanische Walfang-Programm. Mit einer Entscheidung wird Anfang 2014 gerechnet.

Japan versuche, den kommerziellen Walfang unter dem Deckmantel der Wissenschaft zu verstecken, sagte Bill Campbell, Vertreter der australischen Generalstaatsanwaltschaft, zum Auftakt der Verhandlung im Vorjahr. Aber "es ist einfach keine Wissenschaft", fügte er hinzu. Die Forschung diene dazu, die "Nachhaltigkeit der Wal-Bestände" besser zu verstehen, erklärte hingegen der japanische Vize-Außenminister Koji Tsuruoka.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden