Mi, 13. Dezember 2017

Tierdrama in Bayern

18.01.2014 16:26

Jäger: "Habe Ihren Hund mit Fuchs verwechselt"

Die deutsche und wohl auch die heimische Jägerschaft verurteilt diesen Schuss eines Salzburger Waidmanns: Der österreichische Grünrock erschoss nämlich eine zwölfjährige Familienhündin direkt vor seinem Hochstand. Angeblich, weil er den vierbeinigen Liebling mit einem Fuchs verwechselt hatte.

Es begann so harmlos - und endete für eine Familie im deutschen Berchtesgaden mit einer Tiertragödie. Denn wie schon so oft war Maria Resch mit ihrer zwölfjährigen "Lori" und dem dreibeinigen "Pipo" zum rund 500 Meter von ihrem Haus entfernten Müllplatz gegangen. "Plötzlich war unsere alte Lori weg. Wir haben sie dann drei Stunden bis nach Einbruch der Dunkelheit gesucht. So lange, bis wir die traurige Gewissheit hatten", schildert die deutsche Hausfrau.

Die Bilder dieser Vollmondnacht wird das Frauerl nie wieder aus dem Kopf bringen: Denn ihre Lori lag - deutlich erkennbar an ihrem roten Halsband - regungslos im zu dieser Zeit hell erleuchteten, blutbefleckten Schnee. Der Unterbauch war von zwei Schüssen zerfetzt. Schluchzend sank die entsetzte Tierfreundin zu Boden.

"Habe ihren Hund mit einem Fuchs verwechselt"
In diesem Moment stieg der Salzburger Waidmann vom Hochstand. Doch statt einer Entschuldigung, meinte er nur: "Ich habe Ihren Hund mit einem Fuchs verwechselt." Das im Raum stehende Argument, dass Lori möglicherweise gewildert hat, will Maria Resch nicht gelten lassen: "Sie war doch schon so alt und ist mir nie davongelaufen. Außerdem war es mondhell, eine Verwechslung mit einem Fuchs darf einem Waidmann nicht passieren."

Das sieht auch die örtliche bayrische Jägerschaft so. Und auch Tierschutzobmann Axel Decker-Spychala. Auf sein Anraten hin erstattete Loris Besitzerin ("Das Tier war mir wie ein Kind") Anzeige bei der Polizei in Berchtesgaden: "Der Schütze muss zur Rechenschaft gezogen werden."

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