Fr, 24. November 2017

Lauberhorn-Rennen

18.01.2014 13:43

Küng triumphiert bei Wengen-Abfahrt vor Reichelt

Patrick Küng ist wieder einmal als Österreicher-Schreck in Erscheinung getreten – hatte der Schweizer beim Super-G von Beaver Creek Anfang Dezember noch unmittelbar vor Otmar Striedinger gewonnen, ist er am Samstag bei der verkürzten Abfahrt von Wengen unmittelbar vor Hannes Reichelt siegreich geblieben. Gerade einmal 0,06 Sekunden trennten den Ersten vom Zweiten, eine weitere Hundertstel dahinter lag mit Aksel Lund Svindal der norwegische Speedspezialist. Svindal baute seine Gesamtweltcup-Führung aus und liegt nun 82 Punkte vor Titelverteidiger Marcel Hirscher.

"Es gibt einfach nichts schöneres als einen Heimsieg", freute sich Küng nach dem zweiten Weltcup-Triumph seiner Karriere. Den ersten hatte der 30-Jährige im vergangenen Dezember beim Super-G in Beaver Creek gefeiert. Riesenjubel herrschte natürlich auch in der rot-weiß-roten Trainerfraktion im Schweizer Herren-Team. "Mit diesem Sieg ist die Saison eigentlich fast schon gerettet", strahlte der Salzburger Rudi Huber, der Alpinchef der Eidgenossen.

Küng: "Wengen ist bester Ort für uns, um Sieg zu feiern"
Den Sieg besonders genossen natürlich auch der Steirer Walter Hubmann (Speed-Trainer) und der Salzburger Walter Hlebayna (Herren-Chefcoach). Küng sorgte nur zwei Jahre nach dem Triumph von Beat Feuz für den nächsten Wengen-Triumph der sonst meist arg gebeutelten Schweizer. "Der Druck hier in der Schweiz ist auch sehr groß, ähnlich wie in Österreich. Wengen ist natürlich der beste Ort für uns, um einen Sieg zu feiern", meinte Küng, der nun die Rolle als Olympia-Co-Favorit annimmt: "Klar gehöre ich dort jetzt zu den Favoriten, aber ich mache mir da nicht so viele Gedanken."

Für ÖSV-Cheftrainer Mathias Berthold war es zum Haare raufen. Als Reichelt mit dem Minimalrückstand ins Ziel kam, knallte der Vorarlberger im ersten Ärger seinen Skihelm in den Schnee. Denn Reichelt und Berthold wussten, dass der Salzburger im Ziel-S den Sieg verschenkt hatte. "Der Ärger über das Ziel-S ist schon da. Aber hier Zweiter zu werden, ist großartig", sagte Reichelt, der in den jüngsten drei Abfahrten in Wengen die Plätze zwei, drei und zwei belegte.

Reichelt: "Man kann sagen, dass mir diese Strecke liegt"
"Man kann, glaub' ich, sagen, dass mir diese Strecke liegt", meinte Reichelt, der in den beiden Trainings ausgerechnet im Ziel-S besonders geglänzt hatte. Vor dem Rennen war der 33-Jährige schon enttäuscht gewesen, dass nicht über die volle Distanz gefahren, sondern wegen des Windes erst unterhalb der Minschkante gestartet wurde. "Das ist nicht Wengen. Wengen macht die Länge aus. Aber im Nachhinein ist es schön, dass die vielen Fans ein Rennen gesehen haben. Und dann noch dazu einen Schweizer Sieg. Pech für mich, Glück für sie", so Reichelt.

Die ÖSV-Truppe präsentierte sich einmal mehr mannschaftlich stark. Hinter dem drittplatzierten Norweger Aksel Lund Svindal folgte Max Franz auf Rang vier. Matthias Mayer als Sechster und Romed Baumann als Achter schafften es ebenfalls ins Spitzenfeld. Klaus Kröll, Wengen-Sieger 2011, kam nicht über Rang 17 hinaus. Wie Reichelt vergeigte auch Franz im Ziel-S eine noch bessere Platzierung. "Ich bin viel zu gerade ins Ziel-S gefahren. Das hat mich einiges gekostet, ich war leider zu ungeduldig", wusste der Kärntner. Zur deutlich entschärften Lauberhorn-Abfahrt meinte Franz: "Im Vergleich zur vollen Distanz war das ein Kindergarten."

Svindal: "Mit Podestplatz muss man zufrieden sein"
Svindal wurde zwar eine Hundertstel hinter Reichelt nur Dritter, baute seine Führung im Gesamtweltcup auf Marcel Hirscher aber auf 82 Punkte aus. "Mit einem Podestplatz muss man immer zufrieden sein, einmal hat man die Hundertstel für sich und einmal gegen sich. Es ist schade für den Sport, dass wir nicht von ganz oben gefahren sind", bilanzierte Svindal. Hirscher freute sich auf der Anreise nach Wengen über die starke Leistung seiner ÖSV-Kollegen, am Sonntag im Slalom auf dem Lauberhorn greift der 24-Jährige dann wieder selbst ins Geschehen ein.

Das Ergebnis:

Rang Name Nation Zeit Rückstand
1 KÜNG Patrick SUI 1:32.66
2 REICHELT Hannes AUT 1:32.72 +0.06
3 SVINDAL Aksel Lund NOR 1:32.73 +0.07
4 FRANZ Max AUT 1:32.90 +0.24
5 MILLER Bode USA 1:33.01 +0.35
6 MAYER Matthias AUT 1:33.10 +0.44
7 FILL Peter ITA 1:33.20 +0.54
8 BAUMANN Romed AUT 1:33.26 +0.60
9 CLAREY Johan FRA 1:33.28 +0.62
10 FEUZ Beat SUI 1:33.40 +0.74
10 DEFAGO Didier SUI 1:33.40 +0.74
12 GOLDBERG Jared USA 1:33.43 +0.77
13 JANSRUD Kjetil NOR 1:33.45 +0.79
14 THEAUX Adrien FRA 1:33.50 +0.84
15 HEEL Werner ITA 1:33.51 +0.85
16 SULLIVAN Marco USA 1:33.65 +0.99
17 KRÖLL Klaus AUT 1:33.68 +1.02
18 ROGER Brice FRA 1:33.69 +1.03
19 STRIEDINGER Otmar AUT 1:33.71 +1.05
20 STREITBERGER Georg AUT 1:33.77 +1.11
21 INNERHOFER Christof ITA 1:33.80 +1.14
22 DÜRAGER Markus AUT 1:33.85 +1.19
23 SCHEIBER Florian AUT 1:33.86 +1.20
24 PERKO Rok SLO 1:33.87 +1.21
25 VARETTONI Silvano ITA 1:33.96 +1.30
26 PARIS Dominik ITA 1:33.99 +1.33
27 VILETTA Sandro SUI 1:34.03 +1.37
28 GANONG Travis USA 1:34.10 +1.44
29 FAYED Guillermo FRA 1:34.12 +1.46
30 CATER Martin SLO 1:34.17 +1.51

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