Di, 21. November 2017

Im Verhör geständig

18.01.2014 11:22

Duo täuschte Überfall auf Spielkasino in Graz vor

Am 22. Dezember ist im Seven Casino Palace in der Grazer Kärntnerstraße ein Kellner überfallen, niedergestoßen, gefesselt und beraubt worden. Die Überwachungskamera hatte den maskierten Täter gefilmt, doch nun entpuppte sich dieser als Freund des Opfers. Beide hatten die Straftat filmreif vorgetäuscht.

Zunächst zweifelte niemand an den Schilderungen des 30-jährigen Kellners: Dass an jenem Sonntag um 8.20 Uhr der Maskenmann durch den Hintereingang gekommen sei, ihn niedergestoßen, mit Klebebindern an Armen und Beinen gefesselt und dann den Tresor geleert hätte. Bis zur Alarmauslösung vergingen damals 15 Minuten, denn so lange benötige der Überfallene, um sitzend auf die Straße zu hüpfen und bei Passanten auf sich aufmerksam zu machen.

Verschuldeter Keller wirft mit Geld um sich
"Bei unseren Erhebungen sind wir auf etwas sehr Interessantes gestoßen", berichtet Gerald Kahr vom Landeskriminalamt: "Der Kellner hat einen Tag nach dem Überfall in einer Disco eine Champagnerparty gefeiert, bei der sich Gäste das Getränk auch auf den Kopf gegossen haben. Wir haben uns gefragt, wie sich der Kellner das leisten kann."

Der spielsüchtige 30-Jährige hat auch noch hohe Schulden - und warf plötzlich mit Geld nur so um sich. Daraufhin durchleuchteten die Polizeibeamten vor allem jene im Internet gezeigten Personen, mit denen er sich bei den Disco-Partys fotografieren ließ. Dabei stießen sie auf seinen besten Freund, einen 20-jährigen Unternehmer, der ebenfalls bis über beide Ohren in den Schulden steckt.

Duo im Verhör geständig
Am Donnerstag wurden die beiden Grazer zum Verhör bestellt - beide legten ein Geständnis ab. Sie hatten den Überfall gemeinsam geplant. Der Kellner weihte seinen Freund ein, wann die männliche Putzkraft das Casino verlassen würde. Der Hinter- und Vordereingang war offen, ebenso der Tresor mit der Nachtlosung. Dass der Überfall vor laufender Kamera stattfand, war natürlich kein Zufall.

Die Verdächtigen bleiben auf freiem Fuß, weil kein Raub, sondern "nur" ein Diebstahl vorliegt. Von der Beute (ein fünfstelliger Euro-Betrag) sind gerade noch 1.000 Euro übrig.

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