Di, 22. Mai 2018

Bei Protesten

18.01.2014 08:37

Demonstrant nach Explosion in Bangkok gestorben

Nach einer Bombenexplosion inmitten einer Oppositionsdemonstration in Thailands Hauptstadt Bangkok ist einer der 36 verwundeten Demonstranten am Samstag seinen Verletzungen im Spital erlegen. Der 46-Jährige sei an den Folgen eines starken Blutverlusts gestorben, teilten die behandelnden Ärzte mit. Der Sprengsatz war rund 30 Meter hinter dem Protestanführer Suthep Thaugsuban, der an der Spitze des Marsches lief, detoniert. Suthep blieb unverletzt.

Die Regierung von Ministerpräsidentin Yingluck und die Opposition machten sich gegenseitig für die Tat verantwortlich. Der Sprengsatz soll aus einem Gebäude geworfen worden sein. Kurz nach dem Anschlag durchsuchten mit Holzstöcken bewaffnete Demonstranten das Gebäude. Die Polizei riegelte die Gegend ab und stellte zahlreiche Waffen sicher.

Armeechef Prayuth Chan-ocha äußerte laut seinem Sprecher die Befürchtung, dass eine bewaffnete Gruppe hinter dem jüngsten Anschlag auf Demonstranten und andere Vorfälle in den vergangen Tagen stehen könnte, wie die "Bangkok Post" berichtete. Die Ministerpräsidentin müsse "Verantwortung übernehmen", sagte einer der Protestführer nach dem Vorfall.

Granate auf Gouverneursresidenz geschleudert
In dieser Woche war es in Bangkok vor allem in den Nächten zu kleineren Gewalttaten gekommen, bei denen einige Menschen verletzt wurden. In der Nacht auf Freitag schleuderten Motorradfahrer eine Granate auf die Residenz des Gouverneurs von Bangkok, Sukhumbhand Paribatra, der der oppositionellen Demokratischen Partei (DP) angehört. Dabei wurde niemand verletzt. Wenige Tage zuvor war es zu einem ähnlichen Angriff auf das Haus des DP-Chefs, Ex-Premier Abhisit Vejjajiva, gekommen, bei dem ebenfalls niemand zu Schaden kam.

Anhänger und Gegner der Regierung stehen sich gegenüber
Andernorts in Bangkok formierten sich unterdessen Anhänger der Regierung. Sie wollen Demonstranten konfrontieren, die einen Regierungskomplex belagern, berichtete "The Nation" weiter. Sicherheitskräfte hielten die beiden Lager bislang getrennt.

Außenminister Surapong Tovichakchaikul erklärte am Freitag, es sei an der Zeit, die Kontrolle über Bangkok zurückzugewinnen. Zugleich versuchte eine Delegation von Beamten, Polizisten und Militärs, Demonstranten, die ein Amtsgebäude belagerten, zur Aufgabe ihrer Blockade zu bewegen.

Yingluck Shinawatra spaltet das Land
Zehntausende Regierungsgegner demonstrieren seit November in Bangkok gegen die Regierung. Sie werfen der Familie von Premierministerin Yingluck Korruption und Stimmenkauf vor. Sie wollen die für den 2. Februar geplanten Wahlen verhindern und verlangen einen ernannten Technokratenrat, der die Regierungsgeschäfte auf unbestimmte Zeit führen soll.

Yingluck lehnte die Verschiebung der Wahlen erneut ab. Das Gesetz lasse das nicht zu, sagte sie vor Vertretern ausländischer Medien. Ihre Familie ziehe sich auch nicht aus der Politik zurück. "Unsere Familie ist ein Opfer. Wir machen nur unsere Arbeit, und wenn man uns loswerden will, kann man das nur durch Wahlen tun."

Auch unter Landwirten regt sich Widerstand
Auch unter ihren bisher treuen Anhänger, den Reisbauern, regt sich Unmut gegen die Regierung. In verschiedenen Landesteilen, vor allem im Norden und Osten, protestierten Tausende von ihnen. Sie veranstalteten Straßenblockaden und belagerten Amtsgebäude. Die Bauern fordern die Auszahlung von Geldern, die ihnen die Regierung als Subvention versprochen hatte.

Yinglucks Pheu-Thai-Partei hatte 2011 die Wahlen unter anderem mit dem Versprechen gewonnen, den Bauern höhere als marktübliche Preise für den Reis zu zahlen. Wegen der Verteuerung verlor Thailand seinen ersten Platz als Reisexporteur an Indien.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Ausnahme in IG-L-Zonen
E-Autos mit neuer Regelung bald auf Überholspur
Österreich
Bekennt sich zum ÖFB
Barnes könnte schon gegen Schweden debütieren!
Fußball National
Welle der Entrüstung
Kiew lässt Gazprom-Logos vor CL-Finale entfernen!
Fußball International
Geschäftsführer Sport
Schmadtke soll Wolfsburg in die Erfolgsspur führen
Fußball International
Festnahmen in Linz
Asylwerber als Dealer: 480 Kilo Drogen verkauft
Oberösterreich
Trauer im Wiener Zoo
Malende Orang-Utan-Dame „Nonja“ gestorben
Österreich
Wegen Top-Talent
Mega-Zoff: Liverpool sagt Test gegen Gladbach ab!
Fußball International
Beispiellose Geste
Perus WM-Gegner setzen sich für Guerrero ein!
Fußball International

Für den Newsletter anmelden