Do, 23. November 2017

Zukunft gesichert

17.01.2014 13:40

Traditionsmarke Loewe geht an deutsche Investoren

Eine Investorengruppe um zwei weitgehend unbekannte Immobilienunternehmer übernimmt das Geschäft des Fernseherbauers Loewe. Die Münchner Panthera GmbH habe am Donnerstag eine entsprechende Vereinbarung mit dem insolventen Traditionshersteller geschlossen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Der Transaktion fallen 120 Arbeitsplätze zum Opfer.

Rund ein Viertel der aktuell noch 550 Mitarbeiter werde nicht übernommen - die 120 Betroffenen wechseln in eine Transfergesellschaft. Zunächst übernimmt Panthera rund 270 Beschäftigte, die übrigen wechseln womöglich später mit weiteren Teilen der Produktion, werden zunächst aber weiterhin am bisherigen Hauptstandort Kronach beschäftigt.

Neben den beiden Käufer-Protagonisten Constantin Sepmeier und Stefan Kalmund sei eine Gruppe von Technikexperten um den früheren Apple-Europa-Chef Jan-Gesmar Larsen an Bord, hieß es. Larsen verließ Apple bereits 1997 und arbeitet später auch für Dell und den Loewe-Konkurrenten Bang & Olufsen.

Stärkere Ausrichtung auf digitale Unterhaltungsprodukte
Der Däne soll als Beiratsvorsitzender zusammen mit dem weiter amtierenden Loewe-Chef Matthias Harsch den Neustart der 90 Jahre alten Marke koordinieren. Die Produkte der Oberfranken sollen künftig "eine breitere, jüngere sowie design- und technikaffine Zielgruppe in Europa, Russland und China" ansprechen. Die Kooperation mit dem chinesischen Partner Hisense soll dafür ausgeweitet werden.

Die Zentrale wird von Kronach nach München verlegt. Die Montage und die Entwicklung bleibe im Frankenwald erhalten. Markenrechte, Software-Entwicklungen und die Lagerbestände wandern Ende Jänner zur Mutter Panthera und deren neuer Tochter Loewe GmbH. Die Aktionäre der bisherigen Loewe AG gehen leer aus. Über die Höhe des vereinbarten Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart.

Insolvenz angemeldet
Loewe hatte im vergangenen Oktober Insolvenz angemeldet, nachdem sich während eines Schutzschirmverfahrens kein Investor hatte finden lassen. Einen technischen Partner hatte Loewe zuvor bereits mit dem chinesischen Hersteller Hisense gefunden, doch frisches Geld wollten die Chinesen nicht in die Firma mit noch 650 Mitarbeitern stecken.

Nach der Insolvenz war erwartet worden, dass neue Investoren lediglich den Betrieb kaufen und die leere Unternehmenshülle aufgelöst wird.

Produktion wird ins Ausland verlagert
Loewe hatte erst den Trend zum Flachbildschirm verpasst, dann geriet die Internationalisierung ins Stocken. Viele Verbraucher fanden die luxuriösen Geräte im Vergleich zur Konkurrenten wie Samsung und LG Electronics aus Südkorea zu teuer. Künftig sollen Loewe-Fernseher vermehrt aus dem Ausland kommen. Nur einzelne Modelle sollen noch in der "Fernseher-Manufaktur" im strukturschwachen Nordbayern gebaut werden.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden