Do, 23. November 2017

Weiteres Kapitel

16.01.2014 16:14

Wirbel um Wechsel von AKH-Direktor zu Baufirma

Extrem verteuerte Bauprojekte, Schlampereien, mysteriöse Zahlungen: Wie die "Krone" bereits berichtete, deckte der Rechnungshof nun ungeheuerliche Skandalfälle im AKH-Betrieb auf. Ein Kapitel im Bericht: der Jobwechsel des früheren Technischen Direktors zu jener Baufirma, die beinahe alle Millionenaufträge erhält.

Seit mittlerweile Jahrzehnten übernimmt ein Unternehmen fast alle Aufträge zur Instandhaltung sowie für Zubauten im Wiener AKH: die Vamed-KMB, eine Tochterfirma der Vamed, die 1996 von der ÖIAG an den deutschen Konzern Fresenius verkauft worden ist.

Im AKH läuft das Geschäft für die Vamed-KMB nicht übel, wie der Rechnungshof (RH) im Bericht GZ 003.888/004-482/13 feststellt: So kostete die Steuerzahler bloß der AKH-Betrieb - ohne Personalaufwand - in nur sieben Jahren 1,7 Milliarden Euro. Also das Doppelte des Neubauprojekts Krankenhaus Nord. Und die Vamed pflegt beste Kontakte zur Stadt Wien: So war der Finanzdirektor bis 2013 der Herr über das Stadtbudget und zeitgleich Aufsichtsrat der Vamed. Der RH wertet dies als "problematisch".

Technik-Chef ging - und Kosten stiegen um 105%
Der frühere Technische Direktor des AKH wechselte überhaupt die Seiten: Mitten im Bau des Kinder-Operationszentrums ließ er sich karenzieren - und war plötzlich Geschäftsführer der Vamed-KMB, die vom Wiener AKH ja auch mit diesem Projekt beauftragt war. Dies dürfte die Kostensteigerung beim Bau des OP-Zentrums zur Folge haben.

Der RH schreibt: "Durch den Abgang des Technischen Direktors war das AKH nicht mehr in der Lage, die Bauherrenaufgabe effizient wahrnehmen zu können." Fazit für die Steuerzahler: Der Bau kostete nicht wie veranschlagt 29, sondern 60 Millionen Euro.

"Dieses alte System wird längst aufgebrochen", will Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely auch derartige Karenzierungsfälle nicht mehr zulassen.

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