Mo, 21. Mai 2018

Goldener Ball

13.01.2014 20:07

Ronaldo ist Weltfußballer des Jahres 2013

Cristiano Ronaldo ist am Montagabend bei der FIFA-Gala in Zürich als Weltfußballer des Jahres 2013 geehrt worden. In der Wahl unter Nationalteam-Trainern, -Spielern und ausgewählten Journalisten hatte sich der Real-Madrid-Star mit 1.365 Punkten vor dem Sieger der vergangenen vier Jahre, Lionel Messi (1.205 Punkte), und Bayerns Franck Ribery (1.127 Punkte) durchgesetzt. Der Portugiese hatte die Auszeichnung bereits 2008 gewonnen.

Nach der Bekanntgabe war Ronaldo zu Tränen gerührt. "Es ist schwierig zu beschreiben, was ich gerade fühle. Es ist großartig, diesen Ballon d'Or gewonnen zu haben. Es ist ein sehr emotionaler Moment für mich", sagte der 28-Jährige, der mit seinem dreijährigen Sohn auf der Bühne stand und zunächst keine Worte fand.

Im Gegensatz zu Ribery und Messi hat Ronaldo im abgelaufenen Jahr keinen einzigen Titel gewonnen. Dennoch kann der Real-Madrid-Star auf beeindruckende Zahlen verweisen: Der Portugiese, vor sechs Jahren Sieger der Wahl, erzielte 2013 in 51 Pflichtspielen für den spanischen Rekordmeister 56 Tore.

Verlängerung der Wahlfrist zugunsten Ronaldos
Kritik an seiner Wahl bleibt aber sicher nicht aus - dafür dürften auch die Bayern-Bosse sorgen. Zumal die Wahlfrist mitten im laufenden Wettbewerb verlängert worden war und Ronaldo die zweiwöchige "Nachspielzeit" im November zu eindrucksvollen Toren für Portugal nutzte. FIFA-Mediendirektor Walter de Gregorio versicherte, dass durch das ungewöhnliche Prozedere nur die Wahlbeteiligung auf 88 Prozent getrieben wurde, Ronaldo aber auch schon vorher Sieger gewesen wäre.

Für Ronaldo endet in jedem Fall eine Leidenszeit. Viermal war er nach seinem Sieg 2008 nominiert. Viermal gewann sein großer Rivale Messi, der im vergangenen Jahr von zahlreichen Verletzungen geplagt wurde. Dadurch war der Weg frei für Ronaldo, der in seiner Dankesrede mit tränenerstickter Stimme unter anderem auf Portugals kürzlich verstorbene Fußball-Ikone Eusebio und Nelson Mandela verwies.

Heynckes zu weltbestem Trainer gekürt
Als Trainer des Jahres wurde Jupp Heynckes ausgezeichnet, der mit den Bayern im abgelaufenen Jahr Meisterschaft, Cup und Champions League gewann und danach für Josep Guardiola Platz machte. "Ich freue mich, dass ich meine Laufbahn mit so einer Auszeichnung krönen kann. Es ist etwas, dass ich mir vor zehn Jahren nicht erträumt habe", sagte der Deutsche, der vor Alex Ferguson (vormals Manchester United) und Jürgen Klopp (Dortmund) auf Platz eins landete, in seiner Dankesrede.

Auch der Titel für die Welt-Trainerin ging nach Deutschland - DFB-Teamchefin Silvia Neid erhielt den Preis wie 2010. Sie wurde damit für den EM-Titel geehrt. Ihre Landsfrau, DFB-Torfrau Nadine Angerer, wurde als weltbeste Spielerin ausgezeichnet.

Ibrahimovic-Fallrückzieher schönstes Tor des Jahres
Zlatan Ibrahimovic durfte sich über den Puskas-Award für das schönste Tor freuen. Geehrt wurde der Schwede für seinen spektakulären Fallrückzieher-Treffer am 13. November 2012 im Testspiel gegen England. Der frühere IOC-Präsident Jacques Rogge nahm den Presidential Award für besondere Verdienste für den Fußball mit nach Hause. Der Fairplay-Preis ging an den afghanischen Verband.

Ehrenpreis für Pele
Für seine besonderen Verdienste und außergewöhnlichen Leistungen erhielt Brasiliens Fußballstar Pele eine Sonderausgabe des Goldenen Balles. "Es ist an der Zeit, dass man einen besonderen Spieler erwähnt. Es ist der erste Ehrenpreis. Es gibt viele Namen, aber wenn man an Fußball denkt, gibt es einen, der alle turmhoch überragt", sagte FIFA-Präsident Sepp Blatter in seiner Laudatio an den Weltmeister von 1958, 1962 und 1970.

Alaba achtbester Verteidiger der Welt
David Alaba hat es hingegen nicht in die Weltauswahl 2013 geschafft (siehe Story in der Infobox). Als beste Abwehrspieler wurden Philipp Lahm (Bayern), Sergio Ramos (Real Madrid), Thiago Silva (Paris St. Germain) und Dani Alves (Barcelona) ausgezeichnet. Alaba wurde nach Angaben der internationalen Spielervereinigung der achtbeste Verteidiger der Welt.

Trotz der Erfolge der Bayern stellte Barcelona mit Alves, Xavi, Andres Iniesta und Messi die meisten Weltauswahl-Akteure, dahinter folgten der deutsche Rekordmeister mit drei Spielern (Lahm, Manuel Neuer, Ribery) sowie Real Madrid (Ronaldo, Ramos) und Paris St. Germain (Ibrahimovic, Thiago Silva) mit jeweils zwei Spielern.

Spanische Liga gab auch 2013 den Ton an
Organisiert wird die Wahl von der Profivereinigung und der FIFA. Im Jahr 2012 wurde die Weltauswahl ausschließlich von Spielern aus der spanischen Primera Division gebildet, die auch in der abgelaufenen Saison mit sechs Kickern den Ton angegeben hat.

Die komplette Weltauswahl 2013: Manuel Neuer (Bayern) - Philipp Lahm (Bayern), Sergio Ramos (Real Madrid), Thiago Silva (Paris St. Germain), Dani Alves (Barcelona) - Andres Iniesta (Barcelona), Xavi (Barcelona), Franck Ribery (Bayern) - Cristiano Ronaldo (Real Madrid), Zlatan Ibrahimovic (Paris St. Germain), Lionel Messi (Barcelona).

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