Sa, 18. November 2017

Nach Horror-Sturz

11.01.2014 13:28

Morgensterns Gesamtsituation „deutlich verbessert“

Nach dem fürchterlichen Sturz von Thomas Morgenstern auf der Kulm-Skiflugschanze hat es am Samstag positive Nachrichten aus dem Unfallkrankenhaus Salzburg gegeben. Morgenstern habe die Nacht gut verbracht, die Gesamtsituation habe sich deutlich verbessert, erklärte Udo Berger, der Vertreter des ärztlichen Leiters.

Bei dem dreifachen Olympiasieger wurde demnach wegen seiner schweren Kopfverletzung am Samstag eine weitere Kontrolluntersuchung mittels Computertomographie durchgeführt. "Es ist zwar noch eine Blutung vorhanden, aber sie hat sich rasch zurückgebildet", sagte Berger. Morgenstern sei gut kontaktfähig, man könne mit ihm über alles Mögliche sprechen. "Die Kopfverletzung ist trotzdem schwer. Er muss daher wie beabsichtigt 72 Stunden zur Überwachung auf der Intensivstation bleiben", betonte der Arzt.

Lungenprellung nicht so schlimm
Die Lungenprellung stelle klinisch momentan keine Einschränkung dar. "Er atmet ganz normal, leidet aber wegen der Prellungen im Bereich der Wirbelsäule und des Brustkorbs und wegen der Abschürfungen im Gesicht an Schmerzen", sagte Berger. Nach heutiger Sicht könne Morgenstern in wenigen Tagen auf eine Normalstation verlegt werden.

Der ÖSV-Teamarzt Jürgen Barthofer hatte Morgenstern am Freitag begleitet und steht in ständigem Kontakt mit dem Spital. Er sprach ebenfalls von einem sehr zufriedenstellenden Verlauf. Man müsse aber die nächsten Stunden abwarten, ehe man Entwarnung geben könne.

Ärzte mit Genesungsverlauf zufrieden
Es sei weiterhin eine ständige Überwachung nötig, Morgenstern brauche Ruhe. "Bei so großen Gewalteinwirkungen besteht das Risiko, dass es zu Schwellungen und Blutungen kommt", erklärte Barthofer. Dennoch habe Morgenstern auch Glück gehabt. "Wenn man die Geschwindigkeit und die Sturzhöhe berücksichtigt, hätte das auch schlimmer ausgehen können." Der aktuelle Zustand Morgensterns gebe Anlass zu Optimismus. "Wenn die Genesung weiter so verläuft, kann man davon ausgehen, dass er wieder gesund wird", sagte Barthofer.

In der Luft die Balance verloren
Der 27-jährige Kärntner hatte am Freitag bei seinem Trainingssprung in der Luft die Balance verloren und war anschließend mit Rücken und Kopf aufgeprallt. Er verlor beim Aufprall das Bewusstsein, war aber bald wieder ansprechbar und wurde ins UKH Salzburg geflogen.

ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner war unmittelbar nach dem schweren Sturz sichtlich schockiert: "Es tut weh! Wenn's kracht, dann kracht's ordentlich. Da sieht man, was für enorme Kräfte da wirken. Wir müssen es erst analysieren, aber offenbar haben sich die Skier kurz berührt. Da werden so große Kräfte frei, die man nicht mehr regulieren kann. Da sind der Athlet und der Trainer machtlos." Im ersten Trainingsdurchgang hatte Morgenstern mit 196,5 Metern die zweitgrößte Weite erreicht.

Morgenstern erst Mitte Dezember schwer gestürzt
Morgensterns Olympia-Winter verläuft wie auf einer Achterbahn. Am 14. Dezember feierte er in Titisee-Neustadt seinen ersten Sieg seit fast zwei Jahren, tags darauf stürzte er nach dem Aufsprung schwer. Von den Blessuren - schweren Prellungen und Blutergüssen sowie einem Fingerbruch - erholte er sich rasch und schaffte ein erfolgreiches Comeback bei der Vierschanzentournee.

Nach seinem zweiten Gesamtrang kam Morgenstern mit großen Erwartungen zum Kulm, wo er 2006 WM-Dritter geworden war. "Ich bin selten in meiner Karriere mit so gutem Selbstvertrauen zum Skifliegen gekommen wie jetzt", hatte der Kärntner versichert.

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