Mi, 22. November 2017

CES-Aufreger

10.01.2014 10:24

„Smartes“ Gewehr macht Laien zu Scharfschützen

Am Rande der Elektronikmesse CES in Las Vegas hat ein texanisches Start-up mit einem Stück Technik für Waffennarren für Aufregung gesorgt: einem halbautomatischen intelligenten Sturmgewehr, bei dem ein Computer dem Schützen unter die Arme greift. Laut Hersteller TrackingPoint sollen mit dem neuen Sturmgewehr selbst Laien auf einen halben Kilometer Entfernung tödliche Schüsse abgeben können - auch aus schwierigen Positionen. Für Waffengegner mehr als beunruhigend.

"Zum ersten Mal werden Sturmgewehr-Enthusiasten in der Lage sein, schnelle und genaue Schüsse auf bewegliche Ziele abzugeben, die bis zu fünf Fußballfelder entfernt sind", so TrackingPoint-Chef John Lupher bei der Enthüllung der drei neuen intelligenten Sturmgewehre seines Unternehmens.

Unterschiede zwischen den Modellen gibt's bei der verwendeten Munition: Sturmgewehre mit den Kalibern 7,62 mal 51 Millimeter, 7,62 mal 35 Millimeter und 5,56 mal 45 Millimeter sind ab Oktober zu Preisen ab rund 10.000 Dollar verfügbar.

Hochentwickeltes elektronisches Spezial-Zielfernrohr
Das Besondere an den intelligenten Sturmgewehren von TrackingPoint sind einem "CNET"-Bericht zufolge das vernetzte Zielfernrohr und der computerunterstützte Abzug. Eine Videodemonstration - allerdings mit einem älteren TrackingPoint-Gewehr - gibt's oben.

Das hochentwickelte digitale Zielfernrohr kommt mit LCD-Display, Laser-Entfernungsmesser und WLAN-Modul. Auch Sensoren für Windrichtung, Luftdruck und Windgeschwindigkeit hat die Waffe – um aus den gewonnenen Daten die Flugbahn des Geschosses zu errechnen.

Die Flugbahn wird vom Gewehr beim computerunterstützten Abfeuern verwendet. Die Funktionsweise: Der Schütze markiert sein Ziel zunächst mit dem Zielfernrohr, woraufhin das Gewehr auch bewegliche Ziele automatisch weiter als Ziel markiert und verfolgt.

Intelligenter Abzug und Video-Uploads ins Web
Drückt der Schütze dann den Abzug, wartet das Gewehr auf den auf Basis der herrschenden Bedingungen und der voraussichtlichen Flugbahn des Projektils optimalen Moment, um den Abzug freizugeben. Erst wenn die Waffe eine hohe Trefferchance errechnet, wird tatsächlich gefeuert – und laut Hersteller selbst auf große Distanz auch getroffen.

Makabres Detail: Über eine Smartphone-App lässt sich das Bildmaterial aus dem intelligenten Zielfernrohr auch aufzeichnen und beispielsweise über soziale Netzwerke wie Facebook teilen. Die Funktion sei "für Väter, um ihren Söhnen die Freuden des Schießens oder Jagens beizubringen", heißt es auf der Website des Unternehmens.

Firma sorgte schon im Vorjahr für Aufsehen
Es ist nicht das erste Mal, dass TrackingPoint am Rande der CES mit seinen intelligenten Waffen für Empörung sorgt. Schon im Vorjahr war der Waffenhersteller mit einem computerunterstützten Scharfschützengewehr vor Ort (siehe Infobox) – nur wenige Wochen nach dem Amoklauf eines Jugendlichen an einer Volksschule im US-amerikanischen Newtown, bei dem 28 Menschen starben. Entsprechend groß war die Aufregung über das Gewehr, das Laien zu Meisterschützen machen soll.

Der Erfinder des TrackingPoint-Gewehrs hatte damals beschwichtigt, seine Schöpfung würde sich für Amokläufe nicht eignen, da es kein halb- oder vollautomatisches Gewehr sei und nach jedem Schuss nachgeladen werden müsse. Jetzt steht der halbautomatische Nachfolger zum Vorjahresmodell in den Startlöchern – mit der halben Reichweite, aber auch dem halben Preis des Scharfschützengewehrs. Und erheblich höherer Feuerrate.

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