Mi, 23. Mai 2018

Gegen den Strom

09.01.2014 16:17

Nissan Qashqai: Bestseller-Phänomen noch besser

Der Nissan Qashqai ist ein Phänomen. Als Crossover der ersten Stunde verkauft er sich entgegen sonstigen Marktgepflogenheiten immer besser, je älter er wird. Insgesamt 2 Millionen Stück sind seit 2007 vom Band gelaufen. Trotz beachtlichen Absatzzahlen kommt im Februar die brandneue Auflage des Erfolgsmodells auf den Markt. Und die ist tatsächlich noch besser geraten.

Schon die Optik zeugt von angenehmer Frische, die Karosserie wirkt spannender als früher. Bei den Proportionen ist sich das Kompakt-SUV treu geblieben, steht aber dennoch sportlicher da, weil es in Länge (4,9 cm) und Breite (2 cm) leicht gewachsen ist, die Dachlinie jedoch 1,5 cm flacher wurde. Als großgewachsener Beifahrer würde man sich das anders wünschen, denn auf dem nicht höhenverstellbaren Sitz ragt der Kopf weit ins Gebälk. Auf dem höhenverstellbaren Fahrersitz lässt sich das lösen, und prinzipiell ist eine hohe Sitzposition ja einer der Gründe, ein SUV zu ordern.

Ansonsten engt nichts ein, selbst auf der Rückbank reist es sich angenehm. Und der Kofferraum fasst zwar nur elf Liter mehr als der Vorgänger, mit 430 Liter aber richtig viel Gepäck. Clever ist der doppelte Ladeboden (ab Acenta), dessen eine Hälfte sich als Abtrennung senkrecht einstecken lässt. Das Umklappen der Rücklehnen ergibt eine ebene Ladefläche.

Luxus und Assistenzsysteme
Alle Qashqai-Varianten bekommen LED-Tagfahrlicht; die Top-Linie Tekna erhält auch für Abblend- und Fernlicht Leuchtdioden.

Der Nissan Qashqai ist das erste Fahrzeug, das auf der CMF (Common Module Family)-Plattform der Renault-Nissan Allianz aufbaut, die auch dem großen Bruder X-Trail sowie einige Renaultmodellen zugutekommen wird. Dazu gehört (neben immenser Kosteneinsparungen) einiges an Assistenzsystemen, etwa autonomer Notbrems-Assistent, Übermüdungswarner, Verkehrszeichenerkennung, Toter-Winkel-Warner, automatischer Einpark-Assistent oder ein Spurhalte-Assistent. Letzterer warnt allerdings nur per Piepston und ist damit lästig. Abzuschalten ist er im Assistenzmenü.

Überhaupt ist der Qashqai ein großer Piepser, sogar das wirklich hervorragende Navigationsystem (Serie bei Tekna) schickt jeder Fahranweisung ein Piepsen voraus.

Fährt unauffällig – im besten Sinne
Fahrwerk und Lenkung haben an Präzision gewonnen und fallen durch ihre Unauffälligkeit auf. Sensationell ist das geringe Geräuschniveau im Innenraum. Selbst die Dieselmotoren sind kaum zu hören, der etwas brustschwache 1,2-Liter-Einstiegsbenziner sogar dann, wenn man ihn tritt, um schneller vorwärtszukommen.

Damit sind wir auch schon bei den Motoren. Zunächst stehen drei zur Wahl, alle turbogeladen: der genannte Einstiegsbenziner mit 115 PS sowie zwei Diesel mit 1,5 bzw. 1,6 Liter Hubraum und 110 bzw. 130 PS. Später folgt noch ein 1,6-Liter-Benziner, der 150 PS leistet. Der kleine Benziner bietet sein maximales Drehmoment von 190 Nm zwar bereit bei 2.000/min. an, jedoch ist das Getriebe etwas zu lang übersetzt, wodurch man doch immer wieder ins Turboloch fällt. Gut, dass das Sechsganggetriebe so geschmeidig zu schalten ist.

Verbrauchskönig ist der kleine Diesel, der mit 3,8 l/100 km oder 99 g/km CO2 glänzt. Der große ist gönnt sich 4,4 l/100 km bzw. 4,6 mit CVT-Getriebe.

Mit CVT, aber nicht stufenlos
Apropos: Das CVT ist jetzt nicht mehr stufenlos, sondern hat per Software sieben Fahrstufen verpasst bekommen, die man auch manuell anwählen kann. Dadurch fühlt es sich beinah wie eine normale Automatik an und sorgt nicht für den Nix-wie-weg-Reflex, den ich sonst bei dieser Getriebeart verspüre.

Die allermeisten Qashqais werden sich wie bisher mit Frontantrieb verkaufen, es ist aber auch wieder ein Allradantrieb verfügbar, und zwar in Verbindung mit dem 1,6-Liter-Dieselmotor und Handschaltung.

Ab 20.990 Euro ist der Nissan Qashqai zu haben, wir sprechen hier also nicht von einem Premiumfahrzeug. Dennoch fühlt er sich richtig hochwertig an, bis auf einige Ausnahmen gilt das auch für die Materialien im Innenraum. Und die Bedienung würde ich mir teilweise in deutlich teureren Autos so problemlos wünschen wie hier.

Eine Sitz- und Fühlprobe ist schon auf der Vienna Autoshow ab 16. Jänner möglich. Zum Händler kommt der wichtigste Nissan einen Monat später.

Warum?

  • Fühlt sich gut an
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Warum nicht?

  • Nervige Piepserei

Oder vielleicht …

… Hyundai iX35, Kia Sportage, Skoda Yeti, Toyota RAV4 etc.

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