Fr, 25. Mai 2018

Krawalle in Kairo

08.01.2014 14:50

Prozess gegen Ex-Präsident Mursi erneut vertagt

Der Prozess gegen den vom Militär abgesetzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi kommt nicht voran. Nach dem unter Tumulten abgebrochenen Verhandlungsauftakt im November erschien Mursi am Mittwoch nicht vor dem Kairoer Gericht. Den Behörden zufolge konnte er wegen schlechten Wetters nicht von seinem Gefängnis bei Alexandria in die Hauptstadt geflogen werden.

Ein Mitangeklagter sagte dagegen, Mursi habe die Teilnahme verweigert und das Gericht für verfassungswidrig erklärt. Das Verfahren gegen den aus der inzwischen als Terrorgruppe eingestuften Muslimbruderschaft hervorgegangenen Politiker wurde auf den 1. Februar vertagt.

Zunächst hatten Polizeivertreter und das Staatsfernsehen berichtet, Mursi sei per Helikopter bereits in die Polizeiakademie bei Kairo gebracht worden, wo der Prozess stattfindet. Ein ranghoher Polizeivertreter in Alexandria erklärte dann aber, Mursi sei wegen des schlechten Wetters gar nicht gestartet. Einwohner in Alexandria und in Kairo sagten der Nachrichtenagentur AFP jedoch, der Himmel sei in beiden Städten wolkenlos.

Mursi droht die Todesstrafe
Mursi muss sich mit 14 weiteren Angeklagten der Muslimbruderschaft wegen Anstiftung zur Gewalt verantworten. Bei einem Schuldspruch droht ihnen die Todesstrafe. Den Angeklagten wird vorgeworfen, für den Tod von Demonstranten im Dezember 2012 mitverantwortlich zu sein. Damals hatten Gegner Mursis aus Protest gegen dessen Dekrete zur Machterweiterung protestiert. Bei Zusammenstößen wurde rund ein Dutzend Menschen getötet. Am 3. Juli wurde Mursi - der erste frei gewählte Präsident in der jüngeren Geschichte Ägyptens - vom Militär entmachtet.

Seit der erste Verhandlungstag nach Protestrufen des 63-Jährigen im November im Eklat endete, haben die Behörden weitere Anklagepunkte gegen ihn vorgebracht. Mursi hatte erklärt, er sei immer noch der legitime Präsident Ägyptens. Ihm wird Verschwörung mit der Hamas, der Hisbollah und dem Iran gegen Ägypten vorgeworfen sowie Verwicklung in einen Massenausbruch aus einem Gefängnis während des Aufstands gegen den langjährigen Herrscher Hosni Mubarak im Jahr 2011.

Krawalle in Kairo
Nach Informationen der Website "youm7" kam es im Kairoer Stadtteil Nasr-City am Mittwoch zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen demonstrierenden Anhängern der Muslimbruderschaft und der Polizei. Die Polizei setzte demnach Tränengas ein, die Demonstranten warfen Flaschen und Steine. Die Muslimbrüder fordern die Rückkehr von Mursi an die Macht.

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