Do, 24. Mai 2018

Fukushima-Einsatz

06.01.2014 18:39

51 Matrosen von US-Träger an Krebs erkrankt

Bei 51 Matrosen eines US-Flugzeugträgers, die nach der Atomkatastrophe vor der Küste Japans im März 2011 im Einsatz waren, sind verschiedene Krebsarten diagnostiziert worden. Die Crew-Mitglieder klagen nun gegen das AKW-Unternehmen Tepco und werfen den Verantwortlichen Fahrlässigkeit vor.

Der Flugzeugträger USS Ronald Reagan (Bild) nahm im März 2011 an der "Operation Tomodachi" teil. Dabei handelte es sich um eine Rettungsmission, bei der Opfer der Tsunami-Katastrophe aus den Küstengewässern geborgen wurden. Bei ihrem Einsatz befand sich die Mannschaft des Flugzeugträgers nur wenige Kilometer vor der Küste des zerstörten Atomkraftwerks Fukushima.

Dabei gelangten viele Matrosen auf der Suche nach Überlebenden in Kontakt mit kontaminiertem Meerwasser und Trümmerteilen. Bei den betroffenen Matrosen wurden Erkrankungen wie Schilddrüsenkrebs, Hodenkrebs, Hirntumore und Leukämie diagnostiziert.

Der Anwalt Charles Bonner, der die Geschädigten vor Gericht vertritt, argumentiert, dass die Verstrahlung über den direkten Rettungseinsatz hinausgehe. Als Grund für die Erkrankungen der Seeleute sieht Bonner die Kontaminierung des Trinkwassers an Bord. Der Flugzeugträger verfügt über eine Entsalzungsanlage, wodurch Meerwasser durch Elektrolyse in Trinkwasser umgewandelt wird. Das gewonnene Trinkwasser wird auch zum Baden, Duschen und Kochen verwendet.

Bei dem Rettungseinsatz gelangte vermutlich radioaktives Material aus dem Pazifik ins Trinkwasser. Mehrere Mitglieder der Mannschaft klagten nach dem Einsatz über Symptome von Verstrahlung wie starke Übelkeit, Kopfschmerzen und Nasenbluten. Erst nach mehreren Tagen wurden sie vom Kapitän des Schiffes darüber informiert, dass das Wasser an Bord und das Ventilationssystem kontaminiert seien.

Militär bestreitet Zusammenhang mit AKW-Katastrophe
Das US-amerikanische Militär bestreitet einen Zusammenhang der Erkrankungen mit der Katastrophe von Fukushima und argumentiert, dass Militärangehörige ohnehin häufiger an Krebs erkrankten. Demnach entwickle jeder zweite Mann und jede dritte Frau im US-Militär zu ihren Lebzeiten eine Form von Krebs.

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