Mi, 22. November 2017

Langlauf

05.01.2014 15:37

Johannes Dürr bei Tour de Ski Gesamt-Dritter

Der Österreicher Johannes Dürr hat am Sonntag mit Platz drei in der Tour de Ski den bisher größten Erfolg seiner Karriere und den seit Langem größten für Österreichs Langlauf errungen. Der 26-Jährige verbesserte sich auf der finalen Tour-de-Ski-Etappe im Val di Fiemme mit dem berüchtigten Schlussanstieg vom fünften Gesamtrang um zwei Positionen und fixierte erneut die schnellste Laufzeit.

Schon am Freitag in Toblach beim Rennen über 35 Kilometer Skating war dem Niederösterreicher dieses Kunststück gelungen. Diesmal war er mit seinen knapp 32 Minuten für die 9-Kilometer-Strecke um 4,1 Sekunden schneller als der auch im Gesamtklassement zweitplatzierte Chris Jespersen. Da die Verfolgung auch als Einzelrennen gewertet wird, fixierte Dürr gleichzeitig seinen ersten Weltcupsieg. Auch beim Preisgeld kam er auf dieser Tour nicht zu kurz.

Jespersens norwegischer Landsmann Martin Johnsrud Sundby ließ sich den Gesamtsieg nicht mehr nehmen. Er wies letztlich 36 Sekunden Vorsprung auf Jespersen und 1:05,9 Minuten auf Dürr auf. Den Turbo hatte der ÖSV-Athlet so richtig rund einen Kilometer vor Schluss gezündet. Etwa 500 m vor dem Ziel ließ er den bis dahin drittplatzierten Petter Northug stehen und verhinderte so einen norwegischen Triple-Erfolg.

Dürr: "Es ist unglaublich"
"Ich habe gewusst, dass es zu schaffen ist", erklärte Dürr nach Realisierung seines Traums. "Ich hatte auch nie Angst, dass mich irgendjemand überholt, sondern habe nur nach vorne geschaut." Etwas ins Zweifeln kam er aber, als Northug nicht abzuschütteln war. "Aber dann habe ich noch einmal alles, was in mir steckt, rausgeholt. Es ist einfach unglaublich. Endlich haben wir es geschafft." Mit seiner außergewöhnlich starken Leistung rückte Dürr im Gesamt-Weltcup auf Rang sechs vor.

Selbst Trainer Heigl überrascht
ÖSV-Cheftrainer Gerald Heigl war mit seinem Schützling natürlich hochzufrieden. "Dass Joe bergauf laufen kann, haben wir gewusst. Dass er aber in der Gesamtwertung, wo auch zwei Sprints drinnen sind, Rang drei schaffen kann, daran habe ich nicht geglaubt", sagte der Coach. "Wenn man oft sieht, wie er alleine attackiert, muss man von der Sportler-Psyche her fast schon sagen, er ist 'irre'. Natürlich im positiven Sinn. Danke an das gesamte Team." Besonders die ÖSV-Wachsexperten hob Heigl hervor.

Bei den Damen endete die Tour de Ski mit einem norwegischen Dreifacherfolg. Therese Johaug setzte sich auf der letzten Etappe vor ihrer bis zuletzt führenden Teamkollegin Astrid Uhrenholdt Jacobsen (+20,4 sec.) durch. Dritte wurde deren Landsfrau Heidi Weng (+2:50,4 min.). Teresa Stadlober verbesserte sich auf der letzten Etappe um sieben Plätze auf Rang 27. Der Rückstand der 20-jährigen Salzburgerin nach sieben Stationen betrug 8:04 Minuten. Katerina Smutna trat nicht mehr an.

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