Mi, 13. Dezember 2017

"Alles nicht wahr"

02.01.2014 08:03

Sani-Rauswurf in OÖ: Disco-Betreiber droht Haft

Dass ein Rotkreuz-Sanitäter Lokalverbot bekam, weil er - wie berichtet - in einer Disco in Vöcklabruck eine Verletzte versorgte und dem Betriebsleiter die Rettungsmaßnahmen zu lange dauerten, schlägt in Oberösterreich hohe Wellen. Die Polizei zeigte nun den Lokalchef, der die Helfer beim Verrichten ihrer Arbeit auch beschimpfte, an. Ihm droht wegen unterlassener Hilfeleistung sogar ein Jahr Haft.

Den 39-jährigen Betriebsleiter der erst im Oktober eröffneten Disco "G'spusi" soll laut Polizeibericht gestört haben, dass die 25-jährige Verletzte, die beim Tanzen gestürzt war und sich das Schlüsselbein gebrochen hatte, bis zum Eintreffen des Notarztes auf der Tanzfläche lag - und damit "den Discobetrieb störte".

Laut Polizei habe der Mann die Sanitäter beschimpft und das Opfer aufgefordert, endlich zu verschwinden. Als die Verletzte dann vom Notarzt versorgt wurde, soll der Betriebsleiter über die Lautsprecheranlage den Rettungseinsatz unflätig kommentiert haben.

Disco-Sprecher bestreitet Vorwürfe
"Alles nicht wahr", meint nun ein Sprecher der Diskothek. Die 25-Jährige habe auf einem Podest getanzt und dann ihrem Freund in die Arme springen wollen, doch der habe sie nicht fangen können. Die Frau sei daher auf die Tanzfläche gestürzt. Eine Freundin der Verletzten habe dann lautstark die Räumung des Lokals gefordert, worauf ihr der Betriebsleiter androhte, sie an die Luft zu setzen.

"Der Verletzten aber hat er angeboten, sie zu einem Sofa zu bringen, beschimpft hat er niemanden, es gab auch kein Lokalverbot", so der Sprecher. Das wird nun das Gericht klären müssen. Seitens der Polizei erging ein Bericht sowohl an die Bezirkshauptmannschaft als auch ans Gericht. Es steht der Verdacht der unterlassenen Hilfeleistung im Raum. Strafrahmen: bis zu ein Jahr Gefängnis.

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