Mo, 21. Mai 2018

Beschwerde abgelehnt

31.12.2013 08:35

Israel: Weitere palästinensische Häftlinge frei

Israel hat erneut 26 palästinensische Langzeithäftlinge in die Freiheit entlassen. 18 der Palästinenser kehrten in der Nacht auf Dienstag ins Westjordanland zurück, wie eine Sprecherin der israelischen Gefängnisbehörde mitteilte. Drei weitere Palästinenser wurden in den Gazastreifen sowie fünf nach Ost-Jerusalem gebracht. Angehörige bereiteten den Rückkehrern einen begeisterten Empfang.

"Zwei Polizeiwagen mit den Häftlingen haben das Gefängnis Ofer verlassen und sind auf dem Weg nach Ramallah" im Westjordanland, sagte ein palästinensischer Offizieller der Nachrichtenagentur AFP. Drei Palästinenser, die aus dem Gazastreifen stammten, würden am Grenzübergang Erez zwischen Israel und dem palästinensischen Küstenstreifen auf freien Fuß gesetzt, fünf weitere in Ostjerusalem.

Die Freigelassenen saßen seit mindestens 19 Jahren in israelischen Gefängnissen. Die meisten von ihnen waren vor Beginn des Friedensprozesses im Jahre 1993 wegen der Tötung israelischer Zivilisten oder Soldaten zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Langzeithäftlinge als "tickende Zeitbomben"
Der israelische Opferverband bezeichnete sie als "tickende Zeitbomben". Angehörige von Anschlagsopfern in Israel waren in letzter Minute mit dem Versuch gescheitert, die Freilassung der 26 Langzeithäftlinge zu verhindern. Der Oberste Gerichtshof in Israel lehnte eine entsprechende Beschwerde am Montag mit der Begründung ab, es könne sich nicht in eine politische Entscheidung zur Freilassung der Palästinenser einmischen, wie der israelische Rundfunk berichtete.

Wenige Stunden später öffneten sich die Gefängnistore für die Häftlingsgruppe. Wütende Angehörige von Anschlagsopfern versammelten sich daraufhin am Montagabend zu einem spontanen Protest in der Altstadt von Jerusalem. Sie hielten schwarze Regenschirme und Transparente mit Porträts ihrer verstorbenen Familienmitglieder.

Israel hatte sich mit Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit den Palästinensern im Juli zur Freilassung von insgesamt 104 Langzeithäftlingen verpflichtet. Sie waren vor Beginn des Friedensprozesses im Jahre 1993 verurteilt worden. Die Hälfte ist bereits frei. Die ersten beiden Gruppen wurden am 13. August und am 30. Oktober im Westjordanland und im Gazastreifen auf freien Fuß gesetzt. Die letzte Gruppe soll im März freigelassen werden.

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