Mi, 23. Mai 2018

MELD macht's möglich

31.12.2013 07:51

Mechanisieren und mutieren in "XCOM: Enemy Within"

Firaxis hat die nächste Supernova im "XCOM"-Universum gezündet: Mit dem Add-on "Enemy Within" zu dem Rundentaktik-Knüller "XCOM: Enemy Unknown" gelang den Machern erneut ein Bravourstück. Dabei wurden Lücken geschlossen, die zuvor nicht ins Gewicht fielen, und gleichzeitig neue Türen aufgestoßen. Sofort flammt die Lust am Kampf Menschen gegen Alien-Invasoren neu auf.

Schon die erste Neuauflage des Klassikers "UFO – Enemy Unknown" (1994) löste im Jahr 2012 regelrechte Begeisterungsstürme in der Spielergemeinschaft aus. Und den Entwicklern gelang es - obgleich die Langzeitmotivation des Spieles per se schon enorm war - das Feuer am Lodern zu halten. Nur rund ein Jahr später folgte mit "The Bureau: XCOM Declassified" ein Third-Person-Shooter, der zum taktischen Experimentieren einlud.

Mit dem aktuellen Add-on beginnt nun die Schlacht um Mutter Erde von Neuem - und wieder ganz im Stile von "Enemy Unknown". Zwar dient die ursprüngliche Kampagne als Rahmenhandlung, allerdings wartet das Erweiterungspack, das zwingend die installierte Originalversion erfordert, mit etlichen genialen Features auf.

Neue Schlachtfelder und knifflige Ratsmissionen
Schon vor dem Start einer neuen Kampagne, die auch einen erfahrenen Kommandeur gut 20 bis 30 Stunden in Beschlag nimmt, lassen vier verschiedene Schwierigkeitsgrade mit etlichen Spezialisierungsmöglichkeiten ("Second Wave", "Rookie Roulette", etc.) erahnen, dass es auch diesmal kaum bei einem einzelnen Durchlauf bleiben wird.

Das Add-on wartet mit gut 40 neuen Schlachtfeldern auf, zudem wurden die alten Maps optisch aufgebessert. Eine Handvoll neuer Ratsmissionen führt das Team aus vier bis sechs Einheiten auch in entlegene Winkel der Erde oder als Piratentruppe tief in den Bauch eines Alien-Mutterschiffs. Das Waffenarsenal wurde kräftig aufgestockt, die Packeseleigenschaften verbessert und das XCOM-Team geht nun sogar mehrsprachig auf die Pirsch.

Was das Spielgeschehen aber letztlich auf einen völlig neuen Level befördert, ist die Dualität bestehend aus der außerirdischen nanomechanisch-biologische Substanz namens MELD sowie der neu etablierten Schattenorganisation EXALT, die sich hinterlistig ins Kampfgeschehen mischt und die Entwicklungen im Mittelteil der Kampagne maßgeblich beeinflusst - naja, sabotiert trifft es wohl eher.

Bereits kurz nach dem Tutorial, das auch übersprungen werden kann, findet man bei den Einsätzen sogenannte MELD-Kanister. Die wertvolle Substanz muss dann binnen weniger Runden geborgen werden, anderenfalls wird sie von den Aliens per Selbstzerstörung unbrauchbar gemacht. Aber warum ist das MELD derart wichtig, dass es lohnt, dafür Kopf und Kragen durch riskantes Vorpreschen zu riskieren? Ganz einfach: Das Zeug braucht man - in rauen Mengen -, um seine ganz eigene Staffel von Supersoldaten zu züchten.

Gen-Supersoldaten und MEC-Trooper als Mittel der Wahl
Sobald das MELD erforscht wurde, lassen sich damit Einheiten entweder im Genlabor nach dem Motto "mutare ad custodiam" auf DNA-Ebene aufpeppen oder - dem Ruf "bellator in machina" folgend - in kybernetische Mensch-Maschinen verwandeln. Dabei verfließen die Grenzen zwischen Alien- und Menschenrasse. Man kann Hirn, Augen, Knochen usw. verbessern und damit die Skills der Soldaten enorm steigern oder gar völlig neue Fähigkeiten erwerben.

Noch mehr ans Eingemachte geht's allerdings bei der Entwicklung der "Mechanized Exoskeleton Cybersuits" - kurz MECs genannt. Dafür muss man einen "Freiwilligen" aus der Kaserne locken, dem dann zunächst alle vier Gliedmaßen abgetrennt und durch kybernetische ersetzt werden. Dann steckt man diese Mensch-Maschine in einen MEC. Diese Anzüge passen den Kybernetik-Soldaten wie angegossen, durchlaufen einen eigenen Fertigkeitsbaum und lassen sich mit allerlei extraschwerem Kriegswerkzeug bestücken. Railgun, Flammen- und/oder Granatwerfer, Raketenfaust, EMP, aber auch Medi-Kanister zur Massenheilung sind im Programm.

Schattenorganisation EXALT als Quertreiber am Werk
Und die mechanisch-genetischen Aufrüstungen auf Seiten XCOM sind auch bitternötig. Denn vor unseren Visieren tauchen etliche neuen Alienklassen auf, die sich noch schlauer als bisher über das virtuelle "Schachbrett" bewegen und das Taktieren und Flankieren zunehmend besser beherrschen; zusätzlich versucht die Geheimorganisation EXALT, sich die Invasion zunutze zu machen.

Mittels einer neuen Spielerklasse, den Agenten, muss XCOM dann in mühevoller Kleinarbeit den Planeten nach dem Hauptquartier der EXALT-Kräfte durchkämmen. Dabei muss sich das Team zusammen mit dem eingeschleusten Agenten in Extraktionsmissionen immer wieder gegen eine Übermacht behaupten. Allerdings agieren die menschlichen Pendants weitaus draufgängerischer als ihre extraterrestrischen Genossen.

Fazit: Viele neue Aspekte für eine nach wie vor fesselnde Kampagne bietet die "XCOM"-Erweiterung "Enemy Within". Auf etlichen neuen Schlachtfeldern zwingt die Jagd nach dem Rohstoff MELD zu beherzt-riskanterem Vorgehen, während dem XCOM-Trupp sowohl von Aliens als auch den Mitgliedern des Menschen-Geheimbundes EXALT die Hölle heiß gemacht wird. Der drohenden Übermacht begegnet man als Kommandant mit genmanipulierten Supersoldaten und/oder kybernetisch aufgemotzen MEC-Troopern. Insgesamt wird das Spiel durch die Neuerungen noch dichter in der Handlung, die taktischen Möglichkeiten wachsen ins Unermessliche und die Identifikation mit dem Team und seinen einzelnen Soldaten wird weiter gesteigert. Erneut also ein klares Muss für Rundenstrategen und Pflicht für "XCOM"-Serientäter.

Plattform: Xbox 360 (getestet), PS3, PC
Publisher: 2K Games
krone.at-Wertung: 9/10

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