Di, 21. November 2017

Nach Taifun

30.12.2013 10:03

Philippinen: „Vier Pfoten“ behandelten Giraffen

Ein Team der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" hat am Wochenende vor Weihnachten acht verletzte Giraffen in einem philippinischen Wildpark behandelt. Obwohl der verheerende Taifun die Infrastruktur des Wildparks zerstörte, hatten die Helfer Erfolg. Der Einsatz fand im Rahmen der zweiten Hilfsmission der "Vier Pfoten" auf den Philippinen statt, die der Versorgung mit Futtermitteln sowie der medizinischen Behandlung von Nutz- und Heimtieren gewidmet ist.

Die Behandlung der Wunden der längsten Säugetiere dieser Welt ist selbst für erfahrene Tierärzte ein schwieriges Unterfangen. Dr. Khalil: "Sie sind nicht an Behandlungen gewöhnt, zudem wurde die gesamte Infrastruktur vor Ort zerstört. Das Narkotisieren dieser bis zu sechs Meter hohen und durchschnittlich 1,5 Tonnen schweren Paarhufer ist nicht ungefährlich, da es mit dem Eintreten der Wirkung beim Zusammensinken zu schweren Verletzungen kommen kann. Deswegen haben wir alles unternommen, um das Narkotisieren zu vermeiden, auch wenn dies für uns Menschen gefährlicher ist."

Jungtier ohne Narkose behandelt
In Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Parks gelang es dem "Vier Pfoten"-Team, unter anderem das Jungtier "Claire" mit Futter in die teils beschädigte, aber mit reichlich Heu ausgestattete Box zu locken und ohne Betäubung zu behandeln. Zunächst untersuchte Dr. Khalil den allgemeinen Gesundheitszustand, danach erfolgten die Reinigung der Wunden und die Verabreichung der notwendigen Injektionen. "Natürlich stand sie unter Stress, konnte jedoch im Anschluss rasch wieder in ihre Gruppe integriert werden", so Khalil.

Parkleiter dankbar für schnelle Hilfe
Das Management des Wildtierparks hatte die Tierschutzorganisation um Unterstützung gebeten. Parkleiter Froilan P. Sariego: "Ohne die Hilfe der 'Vier Pfoten' hätten wir die Giraffen nicht behandeln können. Es fehlt an Tierärzten vor Ort sowie an Know-how und Schulungen der Mitarbeiter. Auch die Infrastruktur wurde durch den Taifun stark beschädigt oder gar zerstört." Der Wildtierpark auf der Insel Calauit umfasst ein Areal von rund 3.700 Hektar und beherbergt afrikanisches Großwild wie Giraffen, Zebras, Antilopen und Wasserböcke.

Großer Stress und Futterknappheit
Acht der 21 Giraffen wurden von umstürzenden Bäumen verletzt, durch die Verwüstung ist auch das Futter knapp. Während des ersten Philippinen-Einsatzes konnte das Team bereits Futter für mehrere Monate für die dort lebenden Giraffen und weitere Wildtiere sicherstellen, nun konnten die erfahrenen Tierärzte die Tiere auch medizinisch versorgen. Durch die bereits zuvor bestandene mangelhafte Ernährung und den Stress kämpfen mehrere Zebras mit Atmungsproblemen. Auch hier konnte mit der notwendigen Medikation eine Therapie eingeleitet werden.

Bereits zweiter Hilfseinsatz auf den Philippinen
Im Vordergrund des "Vier Pfoten"-Hilfseinsatzes auf den Philippinen steht die Erstversorgung von Nutztieren, welche für einen großen Teil der vom Taifun Betroffenen eine Existenzgrundlage darstellen. "Insgesamt haben wir über 600 Tiere medizinisch betreut sowie 35 Tonnen an Futtermittel für 5.000 Nutztiere zur Verfügung stellen können und damit 3.000 Familien unterstützt", so Khalil. Die Mission erfolgte in enger Abstimmung mit der Katastrophenkoordination in Manila.

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