Di, 12. Dezember 2017

"Vier Pfoten"-Coup

30.12.2013 08:39

Chihuahua gerettet und ins Tierschutzheim gebracht

Der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" ist es vor Kurzem gelungen, eine weitere Welpenhändlerin in Wien Ottakring zu überführen. Eine Geschädigte, deren kleiner Malteser kurz zuvor an Parvovirose gestorben war, hatte sich bei dem Verein gemeldet, zudem war ein Hinweis eines Nachbarn über regelmäßigen Hundehandel eingelangt.

Nachdem die Händlerin über ein Online-Inserat einen Chihuahua angeboten hatte, gab sich "Vier Pfoten"-Kampagnenleiterin Indra Kley als Interessentin aus und stattete der Frau einen Besuch ab. Danach verständigte sie unverzüglich die Polizei und den Amtstierarzt, die auch schnell und engagiert eingriffen: Der Chihuahua-Welpe wurde konfisziert und ins Wiener Tierschutzhaus gebracht. Gegen die Händlerin ist von der Geschädigten Anzeige erstattet worden, ein Verfahren wird eingeleitet.

Händlerin bezog Tiere aus Ungarn
"Die Händlerin erzählte mir, dass der Hund neun Wochen alt ist – auf dem ersten Blick würde ich aber sagen, dass er jünger ist. Auch der gestorbene Malteser-Welpe war eigentlich jünger als angegeben", berichtet Indra Kley. "Angeblich erhält die Frau die Hunde von einer Freundin in Ungarn, die sie selbst züchtet. Sie selbst inseriert regelmäßig unter unterschiedlichen Namen und Telefonnummern, weshalb wir sie ohnehin schon als verdächtig geführt hatten."

Welpenhandel als brutales Geschäft
Es scheint sich bei der Händlerin um eine Wiederholungstäterin zu handeln, denn laut den "Vier Pfoten" wurde sie schon 2012 von den Behörden überprüft. Indra Kley: "Wir fordern hier selbstverständlich eine gerechte Strafe. Welpenhandel ist kein Kavaliersdelikt: Es ist ein Geschäft mit Tierleid und Betrug am Konsumenten." Die Tiere werden unter schrecklichen Bedingungen regelrecht produziert: Die Muttertiere sind reine Gebärmaschinen, deren Welpen ihnen viel zu früh weggenommen werden, um sie dann, meistens mit gefälschten Papieren und Impfpässen, durch halb Europa zu führen.

"Lassen Sie sich nicht täuschen!"
In vielen Fällen sind die Tiere schwer krank. Wenn sie nicht sterben, dann sehen sich die neuen Besitzer oft mit hohen Tierarztrechnungen konfrontiert. Zuletzt appelliert Indra Kley an die Konsumenten: "Welpenhandel hat viele Gesichter. Lassen Sie sich nicht von einer freundlichen Händlerin, die Ihnen die Tiere in ihrer Wohnung zeigt, täuschen. Und ganz wichtig: Es ist nicht möglich, dass ein Welpe ohne Muttertier, der weniger als 15 Wochen alt ist, legal mit einem EU-Heimtierausweis über die Grenze gereist ist. Denn für die verpflichtende Tollwutimpfung muss der Hund zwölf Wochen alt sein und danach noch drei Wochen warten, bis er ausreisen darf."

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