So, 27. Mai 2018

Geisel der Al-Kaida

26.12.2013 15:01

Verschleppter US-Bürger: "Fühle mich vergessen"

Ein vom Terrornetzwerk Al-Kaida vor fast zweieinhalb Jahren in Pakistan entführter US-Entwicklungshelfer hat die Regierung in Washington aufgerufen, mit seinen Kidnappern zu verhandeln. In einem Video, aus dem die "Washington Post" am Donnerstag zitierte, erklärt Warren Weinstein, er fühle sich "vollkommen verlassen und vergessen".

Der 72-Jährige appellierte an US-Präsident Barack Obama, im Austausch für seine Freiheit inhaftierte Al-Kaida-Kämpfer freizulassen. Weinstein sieht in dem Clip, der auf der Website der Zeitung abrufbar ist, aschfahl aus und wirkt lethargisch. Er habe Herzbeschwerden und leide akut an Asthma, erklärt er.

Video und handschriftlicher Brief
Das Video trägt das Logo der Al-Shabaab-Miliz, dem Propagandaflügel von Al-Kaida. Wann es entstand, ist unklar. Es sei zusammen mit einem Link zu einem handschriftlichen Brief Weinsteins per E-Mail an mehrere Journalisten verschickt worden, berichtete die Zeitung. Der Brief sei auf den 3. Oktober datiert. Darin bitte Weinstein die Medien, weiter über seinen Fall zu berichten und ihn nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Eine Sprecherin des US-Außenministeriums erklärte, die Regierung arbeite daran, die Echtheit des Videos zu prüfen. Zugleich rief sie die Entführer auf, Weinstein freizulassen.

Appell auch an Netanyahu
Der Amerikaner war im August 2011 aus seinem Haus in der ostpakistanischen Stadt Lahore verschleppt worden. Dort war er für eine Beratungsfirma tätig, die im Auftrag der amerikanischen Entwicklungsagentur USAID Projekte in Pakistan betreute. Zuletzt hatte Weinstein, ein Jude, im September 2012 in einem Video den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu um Hilfe angefleht.

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