Do, 14. Dezember 2017

Dem Tod entkommen

24.12.2013 07:13

Rad-Profi Derler: "Das wird mein schönstes Fest"

Der steirische Rad-Profi Tobias Derler sah im September dem Tod ins Auge. Jetzt feiert er daheim Weihnachten und blickt positiv nach vorne.

Die Augen werden mit großer Sicherheit noch eine Spur intensiver leuchten, wenn Tobias Derler im Kreise seiner Familie Weihnachten feiert. Es ist ja auch kein "gewöhnlicher" Heiliger Abend für den jungen Weizer, dafür ist einfach viel zu viel passiert.

Es war der 15. September 2013, als das Schicksal plötzlich und mit gnadenloser Wucht zuschlug. "Ich bin auf einmal in einem abgedunkelten Raum aufgewacht, eingegipst, am Körper überall Schläuche. An den Unfall selbst erinnere ich mich nicht, alles ist wie ausgelöscht", sagt Tobias über jenen unheilvollen Tag.

Von Pkw erfasst - mit schlimmen Folgen
Ist wohl auch besser so, denn der 19-jährige Rad-Profi wurde beim Klassiker "Rund um Laßnitzhöhe" von einem aus einer Ausfahrt kommenden Pkw gerammt. Die Folgen waren fatal: Intensivstation, künstlicher Tiefschlaf, schweres Schädel-Hirn-Trauma, Unterarm- und Jochbeinbruch, Patellasehnenriss – alleine fünf Wochen war der junge Steirer ans Bett gefesselt.

Immer noch "höllische Schmerzen"
Drei Monate sind seit dem Horror-Crash ins Land gezogen, das Leben der aufstrebenden Nachwuchshoffnung ist heute nicht mehr das gleiche. Noch immer kämpft Tobias mit den Folgen. "Ich mache gerade keine einfache Zeit durch. Die Elle ist verrutscht, daher reiben Knochen aufeinander – und das bereitet mir höllische Schmerzen. Sogar wenn ich bloß ein Glas Wasser hebe, fährt sofort der Schmerz ein", erzählt Derler, der deswegen vielleicht wieder unters Messer muss. Es wäre seine dritte OP. Ans stinknormale Radfahren ist gar nicht zu denken, ein bisschen am Ergometer vielleicht, mehr ist noch nicht drinnen.

Seine Profikarriere hat er aber trotz der Umstände nicht abgeschrieben, sein Rennstall (Tirol Cycling Team) zum Glück auch nicht. Vor eineinhalb Monaten haben die Tiroler seinen Vertrag verlängert. "Und auch meine Ärzte haben mir schon bescheinigt, dass ich meine Karriere fortsetzen kann", freut sich Tobias.

"Ich muss dankbar sein"
Das Leben schlug ihm an jenem schicksalhaften September-Tag eine äußerst tiefe Wunde, doch deswegen suhlt er sich nicht in Selbstmitleid. "Ich muss einfach dankbar sein, dass ich wieder gehen und ein völlig normales Leben führen kann – das ist für mich das schönste Weihnachtsgeschenk. Es hätte ja auch ganz anders ausgehen können. Ohne meine Familie hätte ich die Zeit nicht geschafft. Am Heiligen Abend sind wir jetzt alle zusammen, und das ist einfach wunderschön."

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