Fr, 20. Oktober 2017

Auf Friedensmission

24.12.2013 06:55

Weihnachten zwischen den Fronten für 940 Soldaten

Wenn am Heiligen Abend die Glocken zur Mette laden und Kerzen unsere Christbäume hell erleuchten, stehen 940 Österreicher an Krisenherden weltweit im Friedensdienst.

"Klar, dass ich sofort marschbereit bin, wenn ich gebraucht werde", so Militärpolizistin Jasmin aus Radstadt. Die 24-Jährige ist in einer behäbig brummenden Bundesheermaschine in Richtung der kosovarischen Hauptstadt Pristina unterwegs. Mit an Bord der "Hercules": ein paar Fässer steirisches Bier, Speck und Schwarzbrot, also das traditionelle Weihnachtsgeschenk des Verteidigungsministers aus der Heimat.

Kurz vor Weihnachten ist die Soldatin spontan für einen im Kosovo erkrankten Kameraden eingesprungen. Charmant, freundlich und selbstbewusst verkörpert die Steirerin genau den Typ der neuen Generation rot-weiß-roter Berufssoldaten.

Krisenfeuerwehr bei lokalen Brandherden
Auch am 24. Dezember stehen weltweit - von den Militärbeobachtern in Afghanistan über unsere Friedenssoldaten im Libanon bis hin zu den Blauhelmen in Westafrika - exakt 940 Österreicher im Dienst. So hat sich beispielsweise der Kosovo nach 14 Jahren KFOR-Kontrolle vom Hexenkessel zum jüngsten Staat Europas gewandelt. Selbst der Angriff serbischer Extremisten auf Wahllokale im November konnte die mittlerweile beruhigte Lage nicht aus dem Gleichgewicht bringen.

"Am 21. Jänner beginnen EU-Beitrittsverhandlungen mit Serbien. Dabei wird der Kosovo präsent sein", so Balkan-Experte Christian Wehrschütz. Kurzum: Österreichs Einsatz auf dem Balkan sichert den Frieden vor unserer Haustür.

Guerilla-Taktik der Gotteskrieger in Mali
Völlig anders, nämlich blutig, zeigt sich die Situation im afrikanischen Mali. Beim jüngsten Bombenanschlag wurden zwei Blauhelme getötet, weitere elf Soldaten verletzt. Trotz des Waffenstillstandsabkommens mit den Tuareg-Kriegern ist zwei Jahre nach dem Militärputsch keine Stabilität in Sicht. Die Entführung oder Ermordung von Soldaten und Journalisten zählt nach wie vor zur Guerilla-Taktik der Gotteskrieger.

Inmitten dieses Szenarios erfüllt unser rot-weiß-rotes Sanitätskontingent einen europäischen Friedensauftrag, beschützt von Elitesoldaten des Jagdkommandos. Als Anerkennung österreichischer Professionalität leitet Oberstärztin Gudrun Walter in Koulikoro, 60 Kilometer östlich der Hauptstadt Bamako, die Kompanie. "Mit drei Ungarn und 41 deutschen Sanitätern versorgen wir die Ausbildner aus Europa sowie malische Sicherheitskräfte", erklärt sie. Ihre Feuertaufe hat die 50-Jährige nach ihrem Tschad-Einsatz - 2009 traf sie der "Krone"-Reporter dort in der Wüste - bereits hinter sich.

Ein bisschen Frieden im Land der Kreuzzüge
Umgeben vom Brandherd des syrischen Bürgerkriegs stehen heute 168 Blauhelme als Krisenfeuerwehr im Libanon. Tatsächlich stellt das Kontingent im Camp Naqoura das Feuerwehrpersonal. Doch die Kernaufgabe beruht auf der Sicherung des Personen- und Güterverkehrs in der Umbruchregion. Österreichs Beitrag für "ein bisschen Frieden" im einstigen Land der Kreuzzüge...

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