Mo, 20. November 2017

Skandal in D

25.12.2013 13:14

Hunde- und Katzenfell als Kunstpelz deklariert?

Wer bisher dachte, er sei mit Kunstpelz auf der sicheren Seite, hat sich getäuscht. Zwar trat mit 2009 ein EU-weites Importverbot von Haustierfellen in Kraft, jedoch gibt es keine Kennzeichnungspflicht für die Kleidungsstücke, in denen sie verarbeitet sind. Der Hintergrund: Echtpelze von Hund oder Katze können auf dem globalisierten Markt teilweise billiger angeboten werden als Kunstpelze.

Der Laborbefund sei eindeutig: Die untersuchten Pelzbommel an den Mützen der Marken Tom Tailor und Müller bestehen laut der Initiative "Kunstpelz ist ECHT" aus echten Tierhaaren. Die mit "100 Prozent Polyester, Kunstfell bitte separat waschen" gelabelte Mütze von Tom Tailor habe 100 Prozent Tier im Bommel, genau wie die Mütze der Drogerie Müller zum Preis von 9,95 Euro, die lediglich mit "100 Prozent Polyacryl" deklariert war. Die genaue Tierartbestimmung sei noch ausständig.

"Flächendeckende Verbrauchertäuschung"
Der Verbraucher werde nicht ausreichend informiert und damit in der Folge flächendeckend getäuscht, so der Vorwurf der kooperierenden Tierschutzorganisationen. Echtpelzprodukte seien häufig gar nicht oder nur schlecht beziehungsweise mit Fantasienamen gekennzeichnet, zum Beispiel "Maopee", "Genotte", "Bergkatze" oder "Gayangi" für Katzenfell; "Asiatischer Wolf", "Dogue de Chine" oder "Loup d'Asie" für Hundefell. Die bisher fehlende Kennzeichnungspflicht von Echtpelzprodukten sei allerdings als wichtiges Instrument der Verbraucherinformation zu sehen.

Schweiz als Vorbild
Vorbild für eine gesetzliche Verpflichtung zur Kennzeichnung von Echtpelzen ist die Deklarationspflicht in der Schweiz. Dort müssen Pelze und Pelzprodukte mit dem wissenschaftlichen und zoologischen Namen der Tierart, der Herkunft des Felles und der Art der Gewinnung deklariert werden - damit weiß der Käufer auch, ob ein Tier gejagt wurde oder aus welcher Art von Zucht es stammt.

Tierquälerische Produktionsbedingungen
Neben der Verbrauchertäuschung sind die Produktionsbedingungen der chinesischen Hunde- und Katzenfelle ein großes Problem. Zusammengepfercht auf engstem Raum, vegetieren die Tiere bis zur Schlachtung vor sich hin. Die Hunde und Katzen werden unter schlimmsten Bedingungen gehalten, bis sie erdrosselt, vergast, erschlagen oder abgestochen werden. Um das Fell nicht zu beschädigen, wird beispielsweise ein Stich in die Leiste gesetzt, damit das Tier ausblutet. In manchen Fällen wird mit der Häutung begonnen, wenn der Vierbeiner noch am Leben ist.

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