Do, 14. Dezember 2017

Solidaritätssignal

23.12.2013 07:22

Lampedusa: Parlamentarier zieht in Lager ein

Ein italienischer Parlamentarier ist am Sonntag in das Flüchtlings-Auffanglager der Insel Lampedusa eingezogen. Er wolle damit seine Solidarität mit den Migranten signalisieren, sagte der Mandatar der Mitte-links-Gruppierung "Demokratische Partei", Khalid Chaouki (kl. Bild). Er selbst ist marokkanischer Abstammung.

"Ich habe beschlossen, hier zu bleiben, weil sich seit der Flüchtlingstragödie mit über 360 Toten vor Lampedusa für die Migranten nichts geändert hat", sagte der Parlamentarier nach Angaben der römischen Tageszeitung "La Repubblica" am Sonntag. Hunderte Migranten seien gezwungen, in der Kälte und in unwürdigen Bedingungen im Auffanglager zu leben, kritisierte Chaouki.

Vertrag mit Lager-Betreibern nach Schockbildern aufgelöst
Seit Tagen tobt in Italien ein neuer Streit über die Behandlung von Flüchtlingen auf Lampedusa. Fernsehbilder zeigten, wie sich Migranten in dem dortigen Lager reihenweise im Freien nackt an einer Wand aufstellen müssen, um dann in der winterlichen Kälte mit einem Mittel gegen die Krätze abgespritzt zu werden. Die italienische Regierung hatte daraufhin den Vertrag mit der Genossenschaft aufgelöst, die für die Verwaltung des Flüchtlingslagers zuständig ist.

Die Zahl der Migranten, die über das Mittelmeer nach Italien flüchten, hat sich in diesem Jahr mehr als verdreifacht. Im ablaufenden Jahr haben nahezu 43.000 Migranten das Land erreicht, darunter allein gut 11.000 Syrer, teilte Innenminister Angelino Alfano am Freitag mit. Im Vorjahr waren es insgesamt etwas mehr als 13.000 Flüchtlinge gewesen.

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