Sa, 16. Dezember 2017

Als freier Mann in D

21.12.2013 10:53

Chodorkowski trifft Familie, kämpft für Häftlinge

Nach seiner vorzeitigen Begnadigung und Freilassung aus der Haft steht für den kremlkritischen Ex-Ölmagnaten Michail Chodorkowski nun das Wiedersehen mit seiner Familie auf dem Programm. Wie die Sprecherin des ehemaligen Yukos-Chefs am Samstag gegenüber einem russischen TV-Sender erklärte, habe Chodorkowski bereits seinen ältesten Sohn Pawel (Bild re.) getroffen. "Sie sind jetzt in Berlin zusammen", so die Sprecherin, die aber nähere Details nicht verriet.

Den genauen Zeitpunkt des Wiedersehens nannte die Sprecherin ebenfalls nicht. Auch Chordorkowskis Mutter sei "bereit, nach Berlin zu fliegen, um ihn endlich zu sehen und zu umarmen". Marina Filippowna (Chodorkowskaja) und ihr Mann Boris landeten wenig später ebenfalls in Berlin. Sie kamen mit einer Linienmaschine aus Moskau. Chodorkowski selbst will sich am Sonntag im Rahmen einer Pressekonferenz zu seinen Zukunftsplänen äußern. Die Pressekonferenz soll um 13 Uhr im Mauermuseum in der Nähe des ehemaligen Grenzübergangs Checkpoint Charlie stattfinden.

Rätseln über Gründe für den Flug nach Berlin
Die Beweggründe des Kremlkritikers für die Deutschland-Reise sind nach wie vor unklar. Am frühen Freitagnachmittag hatten russische Gefängnisbehörden erklärt, Chodorkowski sei auf dem Weg nach Deutschland, um seine an Krebs erkrankte Mutter zu besuchen, die dort behandelt werde.

Eine gut informierte Quelle berichtete der Nachrichtenagentur RIA Novosti dann allerdings, dass sich die Mutter derzeit zu Hause in Russland aufhalte. Auch die Nachrichtenagentur Reuters und die Staatsagentur Itar-Tass zitierten Chodorkowskis Mutter mit den Worten, sie sei nach wie vor in Moskau.

Chodorkowski kämpft für andere Häftlinge: "Noch viel zu tun"
Nach dem Wiedersehen mit seiner Familie möchte Chodorkowski sich auch für andere Gefangene in seinem Land einsetzen. "Es gibt noch viel zu tun, die Freilassung der Geiseln, die noch im Gefängnis sind, vor allem Platon Lebedew", sagte der 50-Jährige der kremlkritischen Zeitschrift "The New Times" in Moskau, für die er auch als Autor schreibt.

Lebedew war Geschäftspartner des einstigen Ölmilliardärs Chodorkowski gewesen, der mit ihm in zwei international umstrittenen Verfahren unter anderem wegen Steuerbetrugs verurteilt worden war.

Kreml: "Chodorkowski kann jederzeit nach Russland zurück"
Unterdessen gab die Regierung in Moskau bekannt, dass Chodorkowski, der in Deutschland eine einjährige Aufenthaltserlaubnis bekommen hat, jederzeit das Recht habe, nach Russland zurückzukehren. "Er ist frei, nach Russland zurückzukehren. Absolut", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Samstag. Peskow machte keine Angaben zu möglichen Bedingungen für die Freilassung.

Auch äußerte er sich nicht dazu, ob Chodorkowski in seiner Heimat wieder politisch aktiv werden darf. Der 50-Jährige habe vor seiner Begnadigung zwei Briefe an Putin geschrieben, sagte Peskow der Nachrichtenagentur AFP: einen kurzen offiziellen und einen weiteren, langen und persönlicheren. Weitere Einzelheiten nannte Putins Sprecher nicht.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden