So, 27. Mai 2018

"Krone"-Interview

20.12.2013 16:45

Sind Sie wirklich glücklich, Herr Minister Klug?

Sportminister Gerald Klug im "Krone"-Interview mit Robert Sommer: Warum für den SPÖ-Politiker die Kombination mit dem Heer ideal ist, was er plant und wieso er tatsächlich nach Sotschi reist.

"Krone": Sie bleiben also doch Verteidigungs- UND Sportminister? Macht Sie das wirklich glücklich?
Gerald Klug: Ja, denn die Kombination der beiden Ressorts passt hervorragend zusammen: Schließlich ist das Bundesheer der größte Arbeitgeber im österreichischen Sport, wir beschäftigen rund 400 Spitzenathleten. Ich bin daher vor Weihnachten tatsächlich rundum zufrieden.

"Krone": Kann aber auch der Sport mit Ihnen zufrieden sein?
Klug: Ich habe jedenfalls viel vor: 1. Die tägliche Bewegungseinheit in den Schulen, die im Koalitionsabkommen steht, wird jetzt umgesetzt! 2. In Zusammenarbeit mit den Vereinen schaffen wir zwei neue Berufsbilder für die Jugend: den Sport- und Freizeitpädagogen sowie den Bewegungscoach. 3. Die Vereine werden aufgerufen, ihre Sportstätten, wenn sie leer stehen, den Schülern zur Verfügung zu stellen.

"Krone": Das klingt ja ganz gut für den Breitensport, aber was tun Sie für die Spitze?
Klug: Da haben wir ja schon das Projekt "Rio 2016" ins Leben gerufen – außerdem gibt's eine bereits entwickelte Strategie, wie wir den Leistungs- und Spitzensport bis 2018 erfolgreicher gestalten können. Dazu gehört natürlich auch der Sportstätten-Masterplan, den wir mit den Bundesländern umsetzen.

"Krone": Doping und Wettbetrug sind ewige Krisenherde zum Löschen.
Klug: Wir werden das Anti-Doping-Gesetz novellieren und vehement gegen Wettbetrug vorgehen. Dazu gehört unter anderem, dass wir Ereigniswetten verbieten wollen.

"Krone": Sollten Sie für Ihre Vorhaben als Sportminister nicht mehr Kompetenzen haben?
Klug: Es stimmt schon: All das reicht ins Innen-, Justiz-, Finanz-, Gesundheits- und Unterrichtsressort hinein. Wir arbeiten eng zusammen, aber die Schnittstelle muss das Sportministerium sein. Die Kompetenzen reichen.

"Krone": Sie haben immer gesagt, dass Sie nach Sotschi reisen – warum schließen Sie sich eigentlich dem internationalen Politiker-Boykott nicht an?
Klug: Aus Respekt vor den österreichischen Sportlern, die alles im Leben dem großen Ziel Olympia unterordnen: Sie haben es verdient, dass man zeigt: Die Republik steht hinter euch!

"Krone": Das heißt: Wir jubeln hoffentlich und ignorieren die politische Lage in Russland?
Klug: Keineswegs! Wir stehen für Minderheitenrechte, Meinungsfreiheit und Chancengleichheit – das werde ich auch an entscheidenden Stellen thematisieren. Aber der Grund meiner Reise ist die Wertschätzung für unsere Athleten.

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