Sa, 16. Dezember 2017

Cameron-Kritik

20.12.2013 08:15

EU-Gipfel bringt Einigung auf Verteidigungspolitik

Die Europäer wollen in Rüstungs- und Verteidigungsfragen enger zusammenarbeiten. Bei einem EU-Gipfel in Brüssel vereinbarten die Staats- und Regierungschefs am Donnerstag, die militärischen Fähigkeiten in vier Bereichen zu stärken - nämlich Drohnen, Luftraumbetankung, Satelliten-Kommunikation und Cyber-Abwehr. Über den weiteren Kurs sind sich die Staaten aber uneins.

Der britische Premier David Cameron stellte zu Beginn des Gipfeltreffens in Frage, dass die Europäische Union überhaupt über eigene militärische Fähigkeiten verfügen sollte. "Es ist nicht richtig für die Europäische Union, militärische Fähigkeiten, Armeen und Luftwaffe und so weiter zu haben", sagte er. Cameron betonte, eine militärische Kooperation der Nationalstaaten in Fragen der Verteidigung sei sinnvoll, "um uns allen mehr Sicherheit zu geben. Das ist in unserem Interesse". Es gehe aber um die Abgrenzung, was die Staaten und was die EU zu leisten hätten. "Wir müssen diese Abgrenzung korrekt vornehmen."

Indes betonte Frankreichs Präsident Francois Hollande, Paris erwarte sich von dem Gipfeltreffen Fortschritte bei der europäischen Verteidigungspolitik. So wolle Frankreich eine bessere Kooperation der europäischen Rüstungsindustrie. Holland bekräftigte die Forderung nach finanzieller Unterstützung der EU für französische Militäreinsätze in Zentralafrika und Mali. Er habe von fast allen EU-Staaten eine politische Zusage für die Initiative Frankreichs bekommen, sagte Hollande. "Eine Finanzierung muss dieser politischen Unterstützung folgen."

Merkel will "noch sehr viel enger zusammenarbeiten"
Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sich für eine Bündelung der Rüstungsaktivitäten in Europa aus. Im Bereich der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik könne Europa "noch sehr viel enger zusammenarbeiten". Gerade im Hinblick auf die Lage in Afrika werde man über eine Bündelung der europäischen Rüstungsaktivitäten diskutieren, sagte sie. "Das bedeutet, wenn wir Krisenregionen unterstützen, und dort ein Militär aufbauen, wie eine eigene Armee in Mali, müssen wir auch die Fähigkeiten vermitteln, über die Ausrüstung dieser Armeen nachzudenken".

Eine verstärkte Koordination im Bereich der europäischen Verteidigungs- und Sicherheitspolitik sei wichtig, sagte auch Bundeskanzler Werner Faymann. Er betonte: "Unser Auftrag betrifft besonders die zivile Funktion." Abwartend zeigte sich Faymann zur EU-Unterstützung für Militäreinsätze Frankreich in Afrika.

"Kriegsnobelpreis" an EU übergeben
Am Rande des EU-Gipfels verliehen Friedensaktivisten bei einer Protestaktion der Europäischen Union den "Kriegsnobelpreis". Mehrere Protestteilnehmer führten vor einer mit Stacheldraht bewehrten Polizeiabsperrung im Europaviertel die Übergabe auf einem ausgerollten roten Teppich auf. Die EU war 2012 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden.

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