Di, 17. Oktober 2017

"Energiekosten-Stop"

19.12.2013 13:36

269 Euro Ersparnis durch VKI-Aktion

269 Euro jährlich können sich Privathaushalte durch einen Wechsel des Strom- und Gasanbieters ersparen. Das ist das Ergebnis der "Energiekosten-Stop"-Aktion des Vereins für Konsumenteninformation (VKI). 260.584 Privathaushalte hatten sich bis zum Anmeldeschluss am Montag angemeldet, um gemeinsam von günstigeren Strom- und Gastarifen zu profitieren.

Die durchschnittliche Ersparnis für Konsumenten beträgt nun 131 Euro für Strom und 138 Euro für Gas pro Jahr. Wer sowohl seinen Strom- als auch Gasanbieter wechselt, kann sich folglich 269 Euro jährlich sparen. Die vom VKI berechnete durchschnittliche Ersparnis beruht auf dem durchschnittlichen Verbrauch aller vorgemerkten Haushalte. Beim Strom waren das jährlich 5.170 Kilowattstunden (kWh), für Gas 18.847 kWh.

"Ergebnis hat unsere Erwartungen gesprengt"
"Das ist ein Ergebnis, das alle unsere Erwartungen gesprengt hat und das klar und deutlich zeigt, wie groß die Nachfrage nach günstigeren Energiepreisen ist und wie viele aktive und interessierte Konsumenten es gibt. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer", so Franz Floss, VKI-Geschäftsführer, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag.

"Mit dieser Aktion ist es gelungen, deutlich sichtbar Bewegung in den Energiemarkt zu bringen", betonte Josef Kubitschek, Geschäftsführer für die Bereiche Recht und Beratung, "sei es, dass die Energieanbieter ihren Kunden bessere Preise angeboten haben, sei es, dass dadurch auf die Möglichkeit des Wechsels und eine mögliche Kostenersparnis hingewiesen wurde."

Die Bestgebote im Überblick

  • Ökostrom: Das beste Angebot in der Kategorie Ökostrom legte "STROMDISKONT.AT - eine Marke der Enamo Ökostrom GmbH". Konsumenten könnten sich bei einem Wechsel im Schnitt 131 Euro sparen.
  • Gas: Bestbieter in dieser Kategorie ist "goldgas". Die durchschnittliche Ersparnis liegt hier bei 138 Euro. Der Wechsel des Gasanbieters ist allerdings nur im Osten Österreichs möglich, da für die Bundesländer Tirol und Vorarlberg kein Angebot abgegeben wurde.
  • Kombibezug Strom und Gas: In dieser vom VKI ausgeschriebenen Kategorie wurde kein Angebot abgegeben.

Die Angebote für Ökostrom und Gas können einzeln oder kombiniert in Anspruch genommen werden. Allerdings kann es durchaus sein, dass es für einzelne noch günstigere Tarife gibt. Enamo und goldgas haben bei der Auktion einheitliche Angebote für alle vorgemerkten Haushalte gemacht.

Ab Mitte Jänner teilt der VKI allen teilnehmenden Haushalten individuell mit, was ein Wechsel für ihr Budget bedeuten würde, so Floss. Sofern man nicht an seinen alten Vertrag gebunden ist, kann dann jeder selbst entscheiden, ob die neuen Tarife reizvoll wären.

Billigere Preise für Großabnehmer
Ursprünglich stammt die Idee einer privaten Einkaufsgemeinschaft für Strom und Gas aus anderen EU-Ländern. Aufgrund des äußerst erfolgreichen Verlaufs setzte VKI-Boss Floss dieses Projekt nun auch in Österreich um. Der Clou an der Sache ist, dass große Stromabnehmer im Vergleich zu kleinen Haushalten um bis zu 40 Prozent weniger für den Strom bezahlen, weil sie so viel Energie auf einmal benötigen.

Von 26. September bis 16. Dezember konnten sich private Haushalte für einen gemeinschaftlichen Wechsel des Strom- bzw. Gasanbieters vormerken. Danach gab es eine Auktion unter den Energieanbietern. Der Verein für Konsumenteninformation organisierte die Aktion gemeinsam mit der deutschen Firma PrizeWize.

Im Preis der Energielieferanten schneiden daher auch der gemeinnützige VKI und PrizeWize mit. Für jeden Haushalt, der wechselt, bekomme PrizeWize bis zu 20 Euro - eine Vermittlungsprovision quasi. Der VKI bekomme hingegen drei bis vier Euro, so Floss. Ein lukratives Geschäft, schließlich rechnet der VKI damit, dass etwa jeder zweite der 260.584 Haushalte tatsächlich wechseln wird.

Tarife vorerst auf ein Jahr begrenzt
Die Tarife der Bestbieter sind auf ein Jahr begrenzt. Danach könnte es wieder teurer werden. Diese Gefahr sieht der VKI allerdings nicht. "Durch unsere Aktion wird der Wettbewerb angefeuert", so Kubitschek vom VKI. Außerdem sei es "gut möglich" dass man die Aktion nächstes Jahr wiederholen wird.

Auch die Regulierungsbehörde E-Control zeigte sich in einer Aussendung erfreut. Man erhoffe sich "eine nachhaltige Belebung des Wettbewerbs". Die Wettbewerbshüter mahnen aber ein, dass der Wechsel für jeden Haushalt innerhalb der vorgegebenen Frist von drei Wochen abgeschlossen sein soll.

Stromanbieter Enamo bereitet sich auf Ansturm vor
Der Stromanbieter Enamo bereitet sich bereits auf die Flut von Neukunden vor. "Das wird die größte Herausforderung, vor der die Branche je stand", so Geschäftsführer Hans Zeinhofer am Rande der Pressekonferenz.

Derzeit hat das Linzer Unternehmen etwa 600.000 Kunden - überwiegend in Oberösterreich. Nun werden voraussichtlich etliche Tausend aus ganz Österreich in einem kurzen Zeitraum dazukommen. Die Betriebsurlaube seien bereits storniert, so Zeinhofer. Außerdem werde man zusätzliches Personal befristet aufnehmen, um dem Ansturm gerecht zu werden. Macht sein Unternehmen bei dem Angebot überhaupt noch Gewinn? "Jedenfalls keinen Verlust", so Zeinhofer. Man habe mit einer schwarzen Null kalkuliert. Ein klassisches Lockvogelangebot sei es jedenfalls nicht. "Wir wollen die neuen Kunden langfristig an uns binden."

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